Wandern über Grenzen hinweg. Das Projekt verbindet Gerasdorf mit den Wiener Außenbezirken und soll den Regionalpark „DreiAnger“ attraktivieren.

Von Julia Winter. Erstellt am 08. Mai 2021 (04:56)
Präsentierten das Wegeleitsystem: Klimastadtrat Jürgen Czernohorsky, Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (Donaustadt), Planungsstadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher Georg Papai (Floridsdorf), SPÖ-Wien Klubvorsitzender Josef Taucher und Gerasdorfer Bürgermeister Alexander Vojta (v.l.).
Winter, Winter

Ein neues Wegeleitsystem und Exkursionsprogramm soll den Regionalpark „DreiAnger“ künftig attraktiver machen. Der Name des Naturschutzgebiets geht auf die drei Anger-Dörfer Gerasdorf, Stammersdorf und Süßenbrunn zurück, welche Ankerpunkte für den Grünraum darstellen. Das Gebiet umfasst eine Grünraumverbindung vom Bisamberg über Gerasdorf bis zum zukünftigen Norbert-Scheed-Wald im 22. Bezirk, und das auf 3.000 Hektar.

Mittels der aufgestellten Beschilderungen können nun fünf Wanderrouten im Regionalpark „DreiAnger“ erkundet werden. Zusätzlich wurden auch kürzere Alternativwege abseits der Hauptrouten in die drei Orte Stammersdorf, Gerasdorf und Süßenbrunn im neuen Wegeleitsystem markiert. Diese Neuerung ist nicht alleine der Stadtgemeinde Gerasdorf zu verdanken: Die gelungene grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wien und NÖ machte letztendlich die Umsetzung möglich.

„Der Regionalpark DreiAnger soll den Lebens- und Nah- erholungsraum für zukünftige Genera tionen sichern.“ Alexander Vojta, SPÖ-Stadtchef

Neben dem Beschreiten von Wanderrouten kann ab 7. Mai auch an Exkursionsprogrammen teilgenommen werden. Unter fachkundiger Leitung besteht die Möglichkeit, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Regionalparks bei Tag, aber auch in der Dämmerung und bei Nacht zu erforschen. Zusätzlich kann man diese Eindrücke auch im Rahmen von Fotoworkshops vor die Linse holen. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos; eine Anmeldung ist aber erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Gerasdorfs Bürgermeister Alexander Vojta (SPÖ) freut sich über das Projekt: „Der gemeindeübergreifende Regionalpark DreiAnger soll den Lebens- und Naherholungsraum für zukünftige Generationen sichern. Natur- und Umweltschutz sind dabei wichtige Anliegen der Gemeinde.“ Und auch der Wiener SPÖ-Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ist ein Fan des Projekts: „Weitläufige Erholungsflächen wie dieser Regionalpark tragen gerade im städtischen Raum dazu bei, dass Menschen sich immer wieder neue Ausflugsziele suchen können und besonders dicht gedrängte Hotspots entlastet werden.“

Doch droht das Projekt bereits zu platzen? Aufgrund der möglichen Genehmigung des Schotterabbaus am Rande des Erholungsgebiets sei dieses stark gefährdet, befürchtet Vojta. Viele negative Folgen würden damit einhergehen; Staub, Lärm und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen wären Beispiele dafür. Neben Vojta äußern auch die Wien-Politiker Czernohorszky und Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) ihre Bedenken: „Eine Schottergrube neben einem Naherholungsgebiet für hunderttausende Menschen genehmigen zu wollen, ist eine Farce! Wir fordern die zuständige Landwirtschaftsministerin Köstinger (Anm.: ÖVP) auf, diese Pläne unverzüglich zu stoppen und das bundesländerübergreifende Zukunftsprojekt Regionalpark ‚DreiAnger‘ nicht länger zu torpedieren.“

Seitens der Stadtgemeinde Gerasdorf wurde einiges gegen das höchst umstrittene Projekt unternommen. Eine Verhandlung, in der sich in erster Instanz entscheiden soll, ob das Vorhaben umgesetzt wird oder nicht, hat bereits stattgefunden. Das Ergebnis muss allerdings noch abgewartet werden.