Koalition ohne Schöber? „Rote Linie“ für BGL-Chef. Leitzersdorfer ÖVP und Bürgerliste suchen bis zur Sitzung im März Unterstützer.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 20. Februar 2020 (05:53)
In Leitzersdorf wollen Franz Schöber (BGL, li.) und Sabine Hopf (ÖVP) das Amt des Bürgermeisters übernehmen. Fotos: privat
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Im März findet die konstituierenden Gemeinderatssitzung statt, dabei steht die Wahl zum Bürgermeister im Mittelpunkt. ÖVP und Bürgerliste rittern um den Posten.

Die ÖVP, die neun Mandate bei der Gemeinderatswahl holte, benötigt wenigstens eine unterstützende Stimme, damit Sabine Hopf Bürgermeisterin wird. Diese Stimme kann von der FPÖ oder der SPÖ kommen.

Die Bürgerliste (BGL) holte acht Mandate und braucht zwei Unterstützer, also müsste man sowohl mit der FPÖ als auch mit der SPÖ handelseins werden. Das könnte schwierig werden, da sich Manfred Kreuzmann (FPÖ) vor der Wahl vehement gegen eine weitere Amtszeit von BGL-Bürgermeister Franz Schöber ausgesprochen hatte.

„Es ist noch alles offen, ich möchte sicherlich das Beste für die Gemeinde.“Sabine Hopf

Schöber hatte in der Zwischenzeit eine lange und, wie er betont, „sehr offene und positive“ Unterredung mit Thomas Celig von der SPÖ.

In Leitzersdorf wollen Franz Schöber(BGL) ...
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„Dieses Vieraugengespräch fand auf Wunsch von Celig statt, der sich nach der für ihn unerwarteten bitteren Niederlage neu orientieren muss“, erzählt der Ortschef und spricht ein Lob aus: „Celig ist einer unserer erfahreneren Gemeinderäte, er war immerhin schon Vizebürgermeister bei Günter Glasl und mir, seine Erfahrung im Gemeinderat darf man nicht unterschätzen und er kennt die Gemeindeordnung so gut wie nur wenige andere.“

So wie Schöber will auch Hopf über die laufenden Unterredungen keine Details bekannt geben.

... und Sabine Hopf (ÖVP) das Amt des Bürgermeisters übernehmen.
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Auch sie hat bereits mit allen Fraktionen erste Gespräche geführt, bleibt aber zurückhaltend: „Es ist noch alles offen, ich möchte sicherlich das Beste für die Gemeinde. In den nächsten Gesprächsrunden sollten wir uns unserem Ziel, einer möglichen Zusammenarbeit, näher kommen.“

Speziell zu ihrer Idee einer Zusammenarbeit mit der BGL, um die Gemeindearbeit auf eine solide Mehrheit stützen zu können, will sie sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht äußern.

Schöber ist dazu aber konkreter und meint: „Es steht die Forderung im Raum, dass eine Zusammenarbeit mit der Bürgerliste nur ohne mich möglich wäre. Das ist für mich aber eine rote Linie. Wir warten zur Zeit auf einen zweiten Gesprächstermin mit der ÖVP, dann werden wir sehen, ob es überhaupt eine Basis für eine Zusammenarbeit gibt.“