SPÖ-Pläne sorgen für Kritik in Gerasdorf. SPÖ-Bürgermeister präsentierte Pläne für den Ausbau der Schnellbahn und der U-Bahn-Linie U6.

Von Julia Winter und Michaela Höberth. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:38)
SPÖ-Stadtchef Alexander Vojta will das G3 zu einem Verkehrsknoten ausbauen.
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SPÖ-Bürgermeister Alexander Vojta hat eine Vision: Er will den Durchzugsverkehr aus der Stadt bringen, wofür es seiner Meinung nach einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel braucht. Vergangenen Freitag stellte er Pressevertretern daher ein 10-Jahres-Projekt für Gerasdorf vor.

Dreh- und Angelpunkt seines Plans ist das Einkaufszentrum G3: Von dort aus sollen direkte öffentliche Verbindungen nach Wien entstehen. Eine Verlängerung der Schnellbahn (S2) über Gerasdorf, Kapellerfeld und Seyring zum G3 ist dabei für Vojta die günstigste Variante, denn „hier können wir die bestehende zweigleisige Schnellbahntrasse miteinbeziehen“.

„Täglich pendeln 30.000 Pkw durch Gerasdorf nach Wien und wieder zurück. Viele dieser Pendler würden ihren Arbeitsweg gerne mit den Öffis zurücklegen“Alexander Vojta

Zusätzliche Zugintervalle wären hier ein weiterer Vorteil. Vojtas großer Wunsch wäre aber eine Verlängerung der U-Bahn-Linie U6, die über das Krankenhaus Wien Nord, Stammersdorf und Föhrenhain zum G3 verlaufen könnte. Damit würden auch die Stammersdorfer Straße in der Oberlisse sowie die Buslinie 125 entlastet werden.

„Täglich pendeln 30.000 Pkw durch Gerasdorf nach Wien und wieder zurück. Viele dieser Pendler würden ihren Arbeitsweg gerne mit den Öffis zurücklegen“, ist Vojta überzeugt. Das G3 ist für ihn der ideale Umstiegspunkt vom Pkw zum Schienenverkehr. Daher wäre ein Park&Ride-Knoten nördlich des G3 eine gute Investition, ein Grundstück dafür ist laut dem Stadtchef vorhanden.

Noch wurde weder die Stadt Wien noch das Land NÖ in Vojtas Überlegungen miteinbezogen, „allerdings wurde mit einem gemeindeeigenen Verkehrsplaner das Projekt diskutiert und entwickelt“, so Vojta, der seine Pläne in einem Zeitraum von zehn Jahren umsetzen will. Ziele, über die Oppositionsparteien nur den Kopf schütteln. Sie sind sich einig: Vojta will Wahlzuckerln verteilen und macht Versprechungen, die er nicht halten kann.

Auch auf Facebook fielen die Kommentare kritisch aus: Einige User halten Vojtas Pläne für unwahrscheinlich, da die U-Bahn nicht einmal bis Stammersdorf verläuft.

„Das alles ist ein sehr realistischer Plan, den ich mit Fachleuten erstellt habe und der umsetzbar ist. Es muss sich nur endlich einmal die Landespolitik in NÖ und Wien einen Ruck geben und dieses nachhaltige Verkehrskonzept für die Zukunft ernsthaft diskutieren und umsetzen“, postete Vojta.