Illegale Sperrmüllsammlung: „Strafbar für beide Seiten“. Nicht nur Müllsammler, auch „Spender“ können belangt werden, warnt Stadtservice.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 18. September 2019 (04:32)
Bilderbox/Wodicka
Sperrmüll gehört ordnungsgemäß entsorgt und nicht auf die Straße.

Letzte Woche waren sie in der Stadt Korneuburg unterwegs: die ungarischen „Sperrmüllbrigaden“, die via Flugzettel bitten, nicht mehr gebrauchte Gegenstände zu einer bestimmten Zeit auf den Gehsteig zu stellen. „Gebt auf eure Fahrräder und Roller acht. Konnte gerade noch den Roller meines Sohnes retten“, informierte eine Userin auf Facebook. Sofort entbrannte eine Diskussion, ob man sich denn strafbar mache, wenn man Dinge auf diese Art und Weise anbietet. Die NÖN fragte nach.

Die Antwort vom Geschäftsführer des Stadtservice Korneuburg, Ronald Maurer, ist eindeutig: Beide Seiten machen sich strafbar! Warum auch der „Spender“ belangt werden kann, erklärt Maurer so: „Ich übergebe den Abfall an einen unbefugten Müllsammler.“ Auch dürfe man die Gegenstände nicht einfach auf die Straße stellen, weil es sich dabei um illegale Müllablagerung handle.

„Wer Sachen für die Müllsammler vor die Tür stellt, der leistet damit keinen Beitrag zum Umweltgedanken.“Ronald Maurer, Stadtservice

Die unbefugten Sperrmüll-Sammelaktionen seien vor allem in Ostösterreich ein Riesenpro blem, beschreibt Maurer, denn das, was die Müllsammler doch nicht mitnehmen wollen, landet dann irgendwo in der Landschaft. Maurer kennt die Vorgehensweise: „Die Müllsammler nehmen grundsätzlich einmal alles mit. Dann fahren sie in ein stilles Eck und sortieren aus. Was sie brauchen, nehmen sie mit, der Rest landet in Wiesen, Feldern und Äckern.“

Für die Entsorgung zahlt dann die Allgemeinheit. „Wer Sachen für die Müllsammler vor die Türe stellt, leistet damit keinen Beitrag zum Umweltgedanken“, stellt er unmissverständlich klar.

Auch Obmann Günter Trettenhahn vom Abfallverband Korneuburg (dem die Stadt Korneuburg nicht angehört) kennt das Problem: Nicht nur, dass Dinge eingesammelt und vor dem nächsten Haus wieder abgelegt werden, wenn etwas Besseres dabei ist, die Wertstoffe würden auch dem Stoffkreislauf verloren gehen, wirft er ein. „Das ist eine illegale Aktion, da es sich um keinen konzessionierten Müllentsorger handelt“, hält auch er fest.

Was also tun, wenn man ein Informationsschreiben von der ungarischen Sperrmüllbrigade im Postkasten findet? „Wir informieren unseren Dachverband, der dann an die Kontaktadresse, die häufig angegeben ist, schreibt“, sagt Trettenhahn. In Korneuburg kennt man kein Pardon: Maurer informiert sofort die Bezirkshauptmannschaft und die Polizei, wenn er von solch einer Aktion Wind bekommt.