Senkt neuer Korneuburger Behälter die Wasserhärte?. In Kürze beginnt Bau der neuen Leitung, dann wird der Hochbehälter ausgebaut. Ob Wasser weicher wird, ist noch offen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:01)
Löwenstein (Marihart) bzw. cyperc stock/Shutterstock.com (Hintergrund)
Mittels blauer Pfosten ist in der Korneuburger Au schon der Verlauf der neuen 2,7 Kilometer langen Transportleitung ausgesteckt, zeigt Robert Manhart.

Die Stadt rüstet ihre Wasserversorgung auf (die NÖN berichtete). Diese Woche soll im Gemeinderat der Auftrag für den Bau der 2,7 Kilometer langen Transportleitung von der Au zum Hochbehälter in Leobendorf vergeben werden. Ziel ist eine einheitliche Qualität beim Trinkwasser. Ob parallel dazu auch die Wasserhärte gesenkt wird, steht noch nicht fest.

Wasserversorgung am Stand der 1960er-Jahre

Fünf Brunnen versorgen derzeit die Bewohner von Korneuburg, Leobendorf, Ober- und Unterrohrbach mit Wasser. Vor allem beim Brunnen 3, der einen Großteil von Leobendorf und im Hochwasser-Fall auch Korneuburg versorgt, kämpft man mit einem Nitratgehalt nahe am Grenzwert.

Löwenstein
Mittels blauer Pfosten ist in der Korneuburger Au schon der Verlauf der neuen 2,7 Kilometer langen Transportleitung ausgesteckt, zeigt Robert Manhart.

Im Hochbehälter 1 wird das Wasser aus den Brunnen künftig gemischt und an alle Leitungen verteilt. „So erreichen wir im ganzen Versorgungsgebiet eine einheitliche Wasserqualität“, beschreibt Robert Manhart, Bereichsleiter für die Wasserversorgung, das Ziel.

Im Frühjahr 2020 soll die Leitung fertiggestellt sein, dann erfolgt der nächste Schritt: Der Hochbehälter 1, der derzeit 2.000 Kubikmeter Wasser fasst, wird auf 5.000 Kubikmeter erweitert. Die Wasserversorgung entspricht noch dem Stand der 1960er-Jahre, Einwohnerzahl und Wasserverbrauch sind in den letzten 60 Jahren aber massiv angestiegen. „Wir haben Nachholbedarf“, weiß Manhart.

Ob – wie ursprünglich angekündigt – auch eine Membranfilteranlage eingebaut wird, um die Wasserhärte zu halbieren, ist noch nicht beschlossen. „Das ist eine politische Entscheidung“, sagt Manhart, die eventuell mittels Volksbefragung entschieden werden soll. Der Grund ist der Wasserpreis, der sich beim Einbau einer solchen Anlage von derzeit 1,41 Euro pro Kubikmeter auf rund zwei Euro erhöhen würde.

„Ich habe keine Enthärtungsanlage“

„Viele Korneuburger haben eine Enthärtungsanlage“, weiß Manhart, der selbst in Korneuburg wohnt, aber keine hat. „Wir haben ein gutes Wasser“, betont er, „eines der wenigen in Österreich, das nicht aufbereitet wird.“

Die Sache mit dem Kalk sieht er pragmatisch: Wasserkocher und Kaffeemaschine müsse man regelmäßig entkalken, die Duschwand trocken wischen. Mit dem Geschirrspüler gäbe es kein Problem, für die Waschmaschine gäbe es Tabs. „Kalk entsteht, wenn Sauerstoff dazukommt oder wenn der Warmwasserspeicher höher als 60 Grad eingestellt ist“, erklärt er.

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