Ärger über „Lausbuben-Streiche“ in Gerasdorf. Es herrscht Aufregung, etwa um das Verschwinden von Weihnachtsschmuck.

Von Julia Winter. Erstellt am 25. November 2020 (04:25)
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Beschwerden über eine Gruppe von Jugendlichen, die „Lausbubenstreiche“ in Gerasdorf verübt, häufen sich. Der Ortsteil Föhrenhain scheint davon besonders betroffen zu sein. Zahlreiche Bürger äußern ihren Unmut über mehrfache Klingelstreiche oder das Verschwinden von Weihnachtsschmuck. Vor allem in den sozialen Medien wie Facebook finden sich Beiträge dazu.

Stadtrat Michael Kramer (SPÖ) fordert, Strafdelikte zur Anzeige zu bringen und das Gespräch zu suchen, sollte man die „Lausbuben“ auf frischer Tat ertappen.
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Seitens der Gemeinde stößt die Aufregung der Gerasdorfer auf Verständnis. SPÖ-Stadtrat Michael Kramer betont auf NÖN-Anfrage: „Solche Taten finde ich verwerflich, allerdings haben wir als Gemeinde wenig Handhabe.“ Wenn es um Strafdelikte gehe, sei die Polizei einzuschalten, betont er. „Klingelstreiche“ würden jedoch nicht darunter fallen. Auf NÖN-Anfrage beim zuständigen Bezirkspolizeikommando Korneuburg stellte sich heraus, dass solche Vorfälle der Gerasdorfer Polizei bis dato nicht bekannt gegeben wurden. „Wenn etwas Rechtswidriges vorkommt, sollte uns das umgehend gemeldet werden“, bittet Sicherheitskoordinator Bezirksinspektor Andreas Loibner.

Kramer für Dialog mit „Lausbuben“

Damit jedoch wieder Ruhe in die Sache einkehrt, ruft Kramer die Bevölkerung dazu auf, die Augen offen zu halten. Werden die Jugendlichen gesichtet, sei es ratsam, diese zur Rede zu stellen und mit ihnen ein Gespräch in dieser Angelegenheit zu führen. „Ich würde mir wünschen, dass dies nicht immer gleich auf Facebook breitgetreten wird.“ Stattdessen sollte der Dialog gesucht werden, „wie dieser auch in unserer Kindheit mit uns gesucht wurde“, erklärt Kramer.

Einen möglichen Grund für die „Lausbubenstreiche“ sieht der Stadtrat in einem fehlenden Jugendzentrum in Föhrenhain. Aber auch die aktuelle Coronakrise würde das Problem solcher Streiche verstärken, da die Jugendzentren in den anderen Ortsteilen von Gerasdorf vorübergehend geschlossen bleiben müssen. Die Möglichkeit, den Jugendshuttle zu nutzen, der die Halbwüchsigen regelmäßig zu anderen Treffpunkten für diese Gruppen in Gerasdorf chauffiert, fällt somit weg.

Die Wichtigkeit solcher Einrichtungen erläuterte der Stadtrat mehrmals im NÖN-Gespräch. Kramer war selbst sieben Jahre lang Obmann der Jugendräume in Gerasdorf und setzt sich nun vehement für ein Jugendzentrum in Föhrenhain ein. „Es ist wichtig, den Heranwachsenden entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, damit sie sich dort entfalten und solche Ideen gar nicht erst aufkommen.“