„Es wird eine kleine, aber feine Ernte“. Die Winzer versprechen kräftige Weine. Die Trockenheit haben die meisten Weinstöcke erstaunlich gut überstanden.

Von Veronika Löwenstein und Alexandra Frantz. Erstellt am 27. September 2017 (05:00)
privat
Daniela und Bernhard Scheit kommt ALMA bei der Lese zu Hilfe. ALMA ist der Name einer Lesemaschinenfirma aus Frankreich. „Damit können wir in den Regenpausen schlagkräftig und schonend ernten.“

„Es wird ein extraktreicher, vollmundiger und fruchtiger Veltliner mit einer angenehmen, moderaten Säure und einer intensiven Würzigkeit.“ Wenn Winzer Bernhard Scheit von seinen Erwartungen an den heurigen Weinviertel DAC spricht, läuft Weinliebhabern schon jetzt das Wasser im Mund zusammen.

Es war ein gutes Jahr für die Winzer, das lässt sich bereits sagen, auch wenn die Weinlese noch nicht abgeschlossen ist. Bezirksweinbau-Obmann Julius Schauerhuber schwärmt von den gesunden Trauben im heurigen Jahr. „Im Gegensatz zum letzten Jahr war der Infektionsdruck heuer gering“, erklärt er die Vorteile des heißen, trockenen Sommers. „So gesunde Blätter hatten wir schon lange nicht“, freut er sich über die sattgrünen Weinblätter Ende September. „Ein paar Spritzungen haben wir uns dadurch auch erspart“ erklärt er.

"Fässer werden wieder voll gefüllt sein"

Vor allem den älteren Weingärten konnte die Hitze nichts anhaben. Mengeneinbußen gibt es im Bezirk aber trotzdem. „Aufgrund des heißen und trockenen Sommers haben Junganlagen, besonders heuer gesetzte Weingärten, gelitten“, weiß Winzer Alexander Paul aus Leobendorf zu berichten.

Die älteren Weingärten seien aufgrund ihres tiefen Wurzelsystems ausreichend mit Wasser versorgt gewesen. Frost war in einzelnen Lagen ein Thema.

Das Schadenausmaß durch den Spätfrost im Frühjahr beziffert Scheit in seinem Betrieb mit zirka 20 Prozent. „Es wird eine kleine, aber feine Ernte“, so seine Bilanz. Auch im Weingut R&A Pfaffl in Stetten rechnet man mit einer bescheidenen Ernte, „da uns im Mai der Frost erwischt und auch die Trockenheit im Sommer für Mengeneinbußen gesorgt hat“, wie Heidemarie Fischer ausführt. Das Weinbaugebiet Rußbach hat der Frost verschont. Winzer Hermann Pöschl erwartet deshalb eine bessere Ernte als vor ei-
nem Jahr. „Die Fässer werden heuer wieder voll, letztes Jahr waren sie nur zu einem Drittel gefüllt.“

"Rotweine werden dicht, tiefdunkel und vollmundig“

Die Trockenheit ist dennoch auch im Weinbau ein Thema. Mit Begrünung versuchen die Winzer, das Wasserspeicherungsvermögen der Böden zu verbessern. Seit über 30 Jahren werden die Weinberge vom Winzerhof Scheit deshalb aktiv begrünt. Auch im Weingut Pfaffl werden trockenresistente Blühpflanzen gesetzt. „Sie stellen zum Einen eine Nahrungsquelle für Nützlinge wie Bienen und Hummeln dar und zum Anderen machen sie der Traube nicht zu viel Wasser-Konkurrenz“, beschreibt Fischer den Nutzen.

In einigen Pfaffl-Weingärten wurden sogar Bewässerungssystem installiert – eine Ausnahme im Bezirk, wie Weibau-Obmann Schauerhuber weiß. Der Qualität hat weder die sommerliche Hitze noch der herbstliche Regen etwas anhaben können „Sie wird das letzte Jahr übertreffen“, ist der Stetteldorfer Winzer überzeugt. Von der Witterung profitiert haben auch die Rotweine. „Sie werden dicht, tiefdunkel und vollmundig“, macht Scheit Gusto.

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