KPÖ-Spitzenkandidat: „Öffis zum Nulltarif“. Paul Beneder aus Langenzersdorf, Weinviertler Spitzenkandidat der KPÖ, erklärt, wie er sich für den Bezirk einsetzen würde.

Von Veronika Löwenstein. Update am 20. September 2017 (08:16)
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NÖN: Warum kandidieren Sie für die KPÖ?

Beneder: Die KPÖ ist für mich die einzige politische Partei in Österreich, deren Politik konsequent am Interesse der Menschen und nicht in jenem der Profitmaximierung einiger ganz Weniger orientiert ist. Durch meine Berufstätigkeit im Sozialbereich habe ich die gewaltige Ungleichheit in der Gesellschaft täglich vor Augen.

Wie würden Sie sich im Nationalrat für den Bezirk Korneuburg einsetzen?

Beneder: Der Bezirk Korneuburg liegt zunehmend im „Speckgürtel“ von Wien – das bedeutet, dass Wohnen immer teurer wird, Pendeln zum Arbeitsplatz nach Wien und damit der Nahverkehr ein großes Thema ist und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen mehr und mehr ins Blickfeld rückt. Daher muss mehr öffentlicher Wohnbau stattfinden und es muss Mietzinsobergrenzen geben. Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden und zum Nulltarif zur Verfügung stehen. CO -neutrale Energiegewinnung muss gefördert und zum Standard werden. Das Fördersystem in der Landwirtschaft muss zugunsten nachhaltiger Bewirtschaftung statt der Belohnung für Großgrundbesitz und Agrarindustrie umgestaltet werden. Allfällig nötige Finanzierung soll mittels Besteuerung von Vermögen und Erbschaften über einer Million Euro passieren. 99 Prozent der Menschen würden nie auch nur einen Cent einer solchen Steuer bezahlen müssen.

Welches Thema, das auch für den Bezirk wichtig ist, würden Sie sofort angehen?

Beneder: Das ist einfach – natürlich würde das die Reduzierung der Politikergehälter zugunsten der Menschen im Bezirk sein. So wie es das Statut der KPÖ vorsieht, würde ich maximal 2.300 Euro netto behalten, das überschüssige Geld käme in einen Sozialfonds.

Die Grazer KPÖ feierte vor allem aufgrund ihrer Wohnungspolitik beachtliche Erfolge. Ist Ähnliches auf lokaler Ebene auch in Korneuburg vorstellbar?

Beneder: Selbstverständlich, nur sehen wir das ja eher als Erfolge für die Menschen, die wir vertreten und nicht als Erfolge der Partei. Allerdings ist es dazu nötig, dass wir von KPÖ Plus in die entsprechenden Funktionen gewählt werden. Es ist hier even-tuell hinderlich, dass die verbreitete Meinung vorherrscht, der Kommunismus sei von Josef Stalin und Hans Dichand definiert worden und nicht von Karl Marx und Friedrich Engels. -vl-

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