Sparen bleibt auch im Bezirk Korneuburg im Trend. Die Zeiten, als vor allem Kinder mit ihren Sparbüchsen vor den Schaltern standen, sind vorbei, die Sparformen haben sich gewandelt. Die kleinen Geschenke gibt es aber weiterhin.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:05)
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Trotz Covid-19 gibt es einen Weltspartag - oft über mehrere Tage. Veranlagungen sind eine Konkurrenz zum Sparbuch, unverändert gibt es aber für Sparer kleine Geschenke.

Wegen der verschärften Corona-Bestimmung wird es heuer bei der Hypo Korneuburg anders als in den vergangenen Jahren keine Bewirtung geben, kündigt Geschäftsstellendirektor Christoph Altrichter an. Der Andrang sollte zu bewältigen sein, weil es eine ganze Weltsparwoche gibt. Anders als früher kommen nicht mehr so viele Kinder stolz mit Sparbüchse und Sparbuch.

„Die Bedeutung des Weltspartags hat nachgelassen. Wenn die Eltern den Spargedanken mit dem Sparbuch nicht vermitteln, fehlt den Kindern der Bezug dazu“, so Altrichter. Abseits von besser verzinsten Jugendsparbüchern lässt das Interesse am Sparbuch nach, weil die Verzinsung zu gering ist und durch die Inflation eigentlich einen Verlust bringt. „Wir raten den Kunden daher individuell zu anderen Veranlagungen“, erklärt der Banker. Nicht vergessen wird auf die Tradition der Weltspartags-Geschenke: Von Büchern für die Kinder bis zu Nudeln und Popcorn spannt sich der Bogen der Gaben bei der Hypo.

Kapitalgarantie beim Sparbuch

Den Weltspartag, den man zur Weltsparwoche gemacht hat, um großen Kundenandrang zu vermeiden, bezeichnet der Vorstandsdirektor Sparkasse Korneuburg, Armand Drobesch, sogar als ein „gesellschaftliches Event in Zeiten von Covid-19“. Zudem ist er überzeugt: „Das Sparen ist in dieser Zeit attraktiver denn je!“ In den letzten Wochen und Monaten sei zu bemerken, „die Menschen horten das Geld“, so Drobesch.

Das nicht aufgebrauchte Urlaubsbudget werde nicht in Konsum umgesetzt, sondern aufs Sparbuch gelegt. Rendite gebe es zwar keine, „aber eine Kapitalgarantie“, erinnert Drobesch. Vermehrt werden als Alternative zum Sparbuch von den Kunden auch andere Sparformen wie etwa Fonds angenommen. Drobesch: „Die Skepsis der Kunden gegenüber diesen Varianten ist in den letzten drei Jahren deutlich gesunken.“ Ab etwa 50 Euro pro Monat sei diese Form schon attraktiv. Kleine Geschenke hält natürlich auch die Sparkasse für die Sparer bereit: Für Kinder etwa gibt es Plüschtiere.

„Sparen hat in Österreich Tradition“, erklärt Michaela Haber von der Raiffeisen Landesbank. Allerdings löse Online-Sparen zum Teil schon das klassische Sparbuch in Papierform ab. Obwohl in der derzeitigen Niedrigzinssituation eher andere Sparformen lukrativer sind, hat das Sparbuch den Vorteil der Absicherung der Einlage und der raschen Verfügbarkeit, erklärt Haber. Sie rät Interessenten, „dass man sich einfach mit dem Berater einen Termin ausmacht, welche Anlageform ideal ist“. Dem Weltspartag hat man bei Raiffeisen ein „e“ angehängt - ab 27. Oktober und bis in den November hinein gibt es für Sparer kleine Geschenke. Damit will man die Kundenfrequenz besser steuern, denn „rund um den Ersten kommen immer noch viele Pensionisten, um ihre Rente abzuheben“, so Haber.

Feiertag des Sparens

„Wir halten an den Feiertagen des Sparens fest“, sagt Peter Digruber von der Volksbank Niederösterreich. Allerdings wird es in den Volksbank-Filialen heuer nicht einen einzelnen Tag, sondern mehrere Weltspartage geben - von 28. bis 30. Oktober. Dabei werde darauf geachtet, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Filialen aufhalten. Geschenke werden wie sonst am Weltspartag auch heuer verteilt - diesmal sind das unter anderem Säfte vom Obsthof Altenriederer in Traismauer. „Geben wird es die nicht nur bis 30. Oktober, sondern so lange der Vorrat reicht“, sagt Digruber.

Auf Catering wird wegen der Coronakrise verzichtet. Riesige Besucherströme werden nicht erwartet, die Zahl der Gäste ist an den Weltspartagen in den vergangenen Jahren gesunken. „Das liegt daran, dass zwei Drittel unserer Kunden nur noch Online-Banking nutzen“, sagt Digruber. Das klassische Papier-Sparbuch gibt es bei der Volksbank nach wie vor, „aber es hat immer weniger Bedeutung“, meint er. Viele Leute nutzen heutzutage Fondssparpläne oder Bausparen, beobachtet man bei der Volksbank.

 „Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Kunden und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Daher führen wir aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr statt dem Weltspartag von 27. bis 30. Oktober eine Weltsparwoche durch“, sagt Mauro Maschio, Vorstand Privatkundenbank der UniCredit Bank Austria. Kunden können rund um den Weltspartag Termine in den Filialen vereinbaren, um ihre Finanzangelegenheiten und die aktuell besten Veranlagungslösungen zu besprechen. In der Weltsparwoche wird es auch Geschenke in den Filialen geben. Darüber hinaus werden die vorgesehenen Weltspartagsgeschenke von der UniCredit Bank Austria an Kooperationspartner wie das SOS Kinderdorf sowie an lokale karitative Organisationen, Kindergärten und Schulen gespendet. Das sind heuer etwa Bienen-Bücher oder Karabiner für Schlüssel oder Trinkflaschen.

Was die Sparformen betrifft, zeigt eine Umfrage der Bank Austria, dass das Veranlagen in Wertpapieren weiter zunimmt. „Die Überzeugung, nur so Renditen erzielen zu können, setzt sich weiter durch“, heißt es. Dennoch werden auch klassische Sparprodukte weiterhin genutzt.  

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