Anrainer mit Unterschriftenaktion gegen "Schwammstadt". Die Bewohner der Wienerstraße sammeln Stimmen gegen die „Schwammstadt“, da sie Überflutungen fürchten. ÖVP-Ortschef: „Habe keine Unterlagen.“

Von Karin Schuhböck. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:02)
Gottfried Helfer jun., Anrainer der Wienerstraße: „Fühlen uns überfahren.“
privat, privat

Die Arbeiten an der „Schwammstadt“ – ein Konzept, bei dem die Baumwurzeln auch unter Straßen, Parkplätzen und Gehwegen mit Regenwasser versorgt werden – in der Wienerstraße gehen weiter, obwohl sich seitens der Anrainer großer Widerstand regt (die NÖN berichtete). Im Rahmen einer Unterschriftenaktion wurde nun von allen betroffenen Bewohnern ein Baustopp gefordert.

„Bei einer Begehung der Wienerstraße am 1. März war nur die Rede von baulichen Maßnahmen bezüglich Parkplätze, Gehsteig und Radweg. Wir wussten zwar, dass auch Bäume gepflanzt werden sollen, aber von einer ‚Schwammstadt‘ war nie die Rede“, fühlen sich die Anwohner überfahren, wie sie der NÖN erzählen. Schon die Straßengestaltung stieß ihnen sauer auf. „Und jetzt bekommen wir noch die Schwammstadt vorgesetzt, ohne dass unser Einverständnis vorliegt. Sicher handelt es sich dabei um ein gutes ökologisches Projekt, aber es ist für Straßen, in denen viele Leitungen und Rohre queren und direkt in die Häuser münden, nicht wirklich geeignet. Eine Überflutung der Keller droht“, so die Befürchtung.

Dass die Anrainer von der Umsetzung erfuhren, sei reiner Zufall gewesen. „Es wird schon wochenlang von der Straßenmeisterei und Gemeindearbeitern daran gearbeitet und wir haben erfahren, dass sich die Kosten abzüglich Förderung in einem hohen fünfstelligen Betrag bewegen sollen. Um diesen Betrag können die acht Bäume auch von uns jahrzehntelang gegossen werden“, schütteln die Betroffenen den Kopf. Einer der Anrainer ist Gottfried Helfer jun., der sich mit einem Verantwortlichen des „Schwammstadt-Projekts“ getroffen hat. „Alles soll so berechnet worden sein, dass das Wasser vor den Kellern im Boden versickert“, erzählt er. Eine schriftliche Garantie, dass es durch die „Schwammstadt“ zu keinen Überflutungen kommt, wurde jedoch nicht gegeben.

ÖVP-Bürgermeister Gottfried Muck will zu den Ängsten der Bürger nichts mehr sagen. Bereits einmal hat er gegenüber der NÖN versichert, dass das „Schwammstadt-Prinzip“ keine Überflutungen verursache. Zu Unterschriftenaktion sagt er nur so viel: „Ich habe bisher keine Unterlagen dazu erhalten.“