Urlauber im Bezirk Korneuburg sind heuer abwartend. Das Corona-Virus macht Reiseanbietern und Urlaubern einen Strich durch die Rechnung. Viele bleiben daheim.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 25. November 2020 (04:10)
Symbolbild

Zwei Drittel der Österreicher werden diesen Winter nicht oder eher nicht auf Urlaub fahren, ergibt eine Umfrage von „Marketagent“. Gut die Hälfte nennt die Unsicherheit durch Corona als Grund fürs Daheimbleiben. Nur ein Viertel der Urlaubswilligen hat fix gebucht, zwei Drittel buchen innerhalb der letzten 14 Tage. Ähnlich ist die Situation im Bezirk.

Kunden, die den Touristiker Alfred Scheuringer aus Spillern fragen, ob sie bestimmte Angebote buchen können, hören: „Ich würde gerne ein Geschäft machen, kann aber nicht Kaffeesud lesen.“ Man könne nicht planen, weil niemand weiß, wie die Situation zum Urlaubsantritt aussehen wird.

Bei Skiurlaubern zeichnet sich ein Trend zu Appartements ab, „weil man doch mehr Distanz hat“. Bei Thermenurlauben ist laut Scheuringer das große Problem, ob man den Urlaub beim Einhalten aller Sicherheitsvorschriften noch genießen kann.

marketagent; Foto: gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

„Vorsichtig, zurückhaltend, abwartend“, beschreibt Eva Palatin vom Reisebüro Moser in Stockerau die potenziellen Kunden. Dies sei durchaus verständlich, weil es bis ins Frühjahr hinein fraglich sei, ob Buchungen bestehen bleiben. Bei Anfragen zu Skiurlauben erkundigen sich die Kunden dann öfter nach eher weniger überlaufenen Skigebieten. Schlimm ist die Situation laut Palatin bei Busreisen, „selbst Tagesausflüge zu beliebten Weihnachtsmärkten müssen abgesagt werden“. Sollte es aber mehr Sicherheit geben, rechnet Palatin damit, „dass überfallsartig gebucht wird“.

„Die Rahmenbedingungen sind denkbar schwierig – zumal ja derzeit niemand weiß, wann die Hotels für touristische Übernachtungen wieder öffnen“, erklärt Filialleiterin Klaudia Mayerhuber von Ruefa in Kor neuburg. Das Interesse der Kunden sei sicherlich da, die konkrete Nachfrage und Buchungslage jedoch sehr verhalten.

Bereits im Sommer haben Chalets, Appartements und Ferienhäuser schöne Zuwächse gehabt, dieser Trend könnte sich durchaus fortsetzen. Mayerhuber geht von sehr kurzfristigen Buchungen aus – auch die Stornobedingungen sind bei den allermeisten Angeboten dementsprechend kundenfreundlich und kurzfristig gestaltet.

„Das ungute Gefühl hätte die Freude übers Skifahren aufgehoben“Renate Paul

Auch wenn alle in der Familie begeisterte Skifahrer sind, „heuer bleiben wir daheim“, erklärt Renate Paul vom gleichnamigen Heurigen in Leobendorf. Die Vorsicht vor einer möglichen Ansteckung beim Lift oder im Hotel habe zu der Entscheidung geführt. „Das ungute Gefühl hätte die Freude übers Skifahren aufgehoben“, so Paul. Entsprechend bescheiden sind die Planungen für einen Urlaub im Winter: „Wir werden zur Burg Kreuzenstein wandern.“

Die Enzersfelder Vizebürgermeisterin Elisabeth Fiala war jahrelang in einer größeren Gruppe in den Weihnachts- und Semesterferien auf Skiurlaub. Doch schon im Sommer stand fest: „Wir fahren heuer nicht!“ Wegen Corona sei das „Rundum-Paket“ der Geselligkeit einfach zu unsicher. Fiala: „Wir machen uns schöne Weihnachten daheim“, vielleicht mit einem Tag in einem der niederösterreichischen Skigebiete. Fiala hofft auf Schnee in Enzersfeld, denn „ein Spaziergang durch die Kellergasse bei Schnee, das ist auch wunderschön“.

„Der Urlaub ist geplant“, freut sich Grünen-Stadtrat Dietmar Pfeiler aus Stockerau. Bei der Wahl des Urlaubsorts setzt seine Familie auf eher „überschaubare“ Skigebiete. Dann könne man auch den nötigen Sicherheitsabstand beim Skifahren und in Restaurants einhalten. Das Urlaubsziel steht bereits fest: Mallnitz in Kärnten, „auch, weil es mit der Bahn gut erreichbar ist“, so Pfeiler.

Umfrage beendet

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