Wohnbau in Korneuburg: Enttäuscht von „K2“. Grüne vermissen im Nachfolgeprojekt von „Way2smart“ sämtliche ökologische Aspekte. „Noch ist nichts fix“, sagt Gepp (ÖVP).

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:02)
Christian Gepp (ÖVP): „Das „K2“-Projekt kann nicht ‚Way2Smart‘ entsprechen.“
NOEN

An der Ecke Leobendorfer Straße/Kreuzensteiner Straße hätte anstatt der baufälligen Gemeindewohnungen ursprünglich ein Vorzeige-Wohnbau entstehen soll. Vier Jahre wurde am Projekt „Way2Smart“ gefeilt, das modernste energetische Maßnahmen begleitet von einem Forschungsprojekt beinhaltet hätte. Doch letztlich winkte die ÖVP ab, Baukosten von 3.700 Euro pro Quadratmeter wären nicht zu finanzieren.

Jetzt liegt die Ausschreibung für das Nachfolgeprojekt „K2“ mit 43 Wohnungen am Tisch. Und die Grünen zeige sich entsetzt: „Die bisherigen Beteuerungen des Bürgermeisters, dass im Projekt ‚K2‘ die energetischen und sozialen Maßnahmen aus dem Projekt ‚Way2Smart‘ übernommen werden sollen, waren leider nicht mehr als heiße Luft“, wettert die Grüne Stadträtin Elisabeth Kerschbaum. „K2“ sei bestenfalls ein „Standardbau“, bei dem eine billige Bauweise im Vordergrund stehe.

„Was mich besonders stört: Von klimaneutral und energieautonom ist das Projekt ‚K2‘ meilenweit weg.“ Elisabeth Kerschbaum

Elisabeth Kerschbaum (Grüne): „Versprechen wurden nicht eingehalten.“
privat

Eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage, im „Way2Smart“-Projekt Fixpunkte, seien jetzt nur noch Optionen, kritisiert sie. Stattdessen werde ein Fernwärmeanschluss ausgeschrieben. Eine Wärmepumpe sei zwar in der Anschaffung teurer, ist ihr klar, bei Fernwärme seien aber die laufenden Kosten dreimal so hoch, rechnet die Grüne Stadträtin vor. „Von klimaneutral und energieautonom sind wir meilenweit weg“, stößt sie sich an der Ausschreibung und ergänzt: „Zumindest als Gemeinde sollten wir es schaffen, dass es nicht nur um den Preis geht.“

„Es muss klar sein, dass das ‚K2‘-Projekt nicht eins zu eins dem ‚Way2Smart‘-Projekt entsprechen kann“, wehrt sich ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp. Um die Baukosten zu senken, müsse der Nachfolgebau logischerweise eine abgespeckte Form des ersten Projekts sein. Wie das „K2“-Projekt tatsächlich aussehen wird, sei aber noch klar, hält der Stadtchef fest. Zur Ausschreibung kämen punkto qualitativer Ausstattung nämlich mehrere Varianten. „So schauen wir uns zum Beispiel an, ob die Wärmepumpe wirklich einen klaren Vorteil bringt.“ Letztlich sollen Fachleute die verschiedenen Versionen beurteilen. Der Spatenstich für den Wohnbau ist für den Frühsommer geplant.