„Netti“ lag im Wohnmobil. Durch ein Hallendach und das Dach eines Wohnmobils stürzte eine 28-jährige Stute. Ein Doppelbett beendete den Sturz und verhinderte schlimmere Verletzungen.

Von Christine Stadler. Erstellt am 07. Juli 2015 (06:36)
Die FF musste das Wohnmobil-Dach aufschneiden, damit das Pferd per Tier-Bergetuch und Teleskoplader befreit werden konnte. Foto: FF
NOEN, FF Wollmannsberg
„Ich bin stolz darauf, Mitglied der Feuerwehr Wollmannsberg zu sein. Meine Kameraden haben in dieser Ausnahmesituation gigantische Arbeit geleistet“, sagt Jacqueline-Isolde Bauer-Weiskirchner, nachdem die Feuerwehr am Freitag ihr Pferd aus einem Wohnmobil gerettet hat.

Sturz durch Hallen- und Fahrzeugdach

Eine unglaubliche Geschichte war dem kuriosen Rettungseinsatz vorausgegangen: Bauer-Weiskirchner hatte ihre drei Pferde, unter ihnen auch die 28-jährige Stute Netti, wegen der Hitze über Nacht auf die Koppel gestellt. Netti brach aus der Koppel aus und wanderte zu einem Hang in der Nähe.

Dort befand sich – in den Hang integriert – ein Hallendach aus Welleternit, das unter dem rund 600 Kilo schweren Pferd einbrach. Netti stürzte durch das Hallendach und landete auf dem Dach eines Wohnwagens, das ebenfalls einbrach. Schließlich stoppte ein Doppelbett den Sturz des Tieres.

„Das war ihr Glück. Wäre sie auf dem Asphalt gelandet, hätte sie keine Chance gehabt. Aber es hat die Bergung erschwert“, berichtet die Gemeinderätin. Die weiche Unterlage führte nämlich dazu, dass es erheblich schwieriger war, das Tier-Bergetuch unter das Pferd zu bringen.

Klopfgeräusche führten zur verletzten Stute

Ein Anrainer berichtete der Besitzerin, dass das Pferd etwa um vier Uhr früh durch das Dach gestürzt sei. „Das war ein Zufall. Ich bin nämlich ohne besonderen Grund um vier aufgewacht. Dann dachte ich mir, dass ich gleich die Pferde reinbringen kann, bevor die Bremsen kommen.“ Ein Glück für Netti, denn sonst wäre sie erheblich länger in ihrer misslichen Lage geblieben.

Als Bauer-Weiskirchner an der Koppel ankam, waren die anderen beiden Pferde beim Eingang der Koppel. „Normalerweise sind die drei immer beisammen.“ Als sie dann Klopfgeräusche aus der Halle hörte, konnte sie Netti schnell finden. Das Pferd reagierte auf Zuruf und führte so seine Retter zu sich.

Die Pferdebesitzerin rief sofort eine Tierärztin und die Feuerwehr, die das Tier betäubten und den Wohnwagen aus der Halle holten. Mit einem Bergetuch und einem Bagger wurde Netti schließlich gerettet. Schon tags darauf konnte sie – noch mit Schmerzmitteln – die Tierklinik zum Grasen verlassen.