Jagen Schakale in den Gärten?. Enten, Hühner, Hasen – der reich gedeckte und mäßig gesicherte Tisch lockt Raubtiere an.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:06)
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Die Bewohner von Würnitz und Lerchenau vermuten, dass Goldschakale für die Verluste an Hühnern, Enten und Hasen verantwortlich sind.
Shutterstock/ Sainam51, Shutterstock/ Sainam51

Sind es Goldschakale, die seit gut zwei Wochen die Hühnerställe in Würnitz und Lerchenau plündern? Das vermuten zumindest Kleintierbesitzer. Eines der Opfer war erst vor wenigen Tagen FPÖ-Gemeinderat Karl Wendy: „In einer einzigen Nacht waren sechs Enten und zehn Hühner weg.“

Ähnlich einem Fuchs

Nicht weit von seinem Grundstück seien zehn Hasen und zehn Hühner räuberischen Tieren zum Opfer gefallen, erzählt er. Man habe ihm sogar von der Sichtung der Tiere berichtet: „Ähnlich einem Fuchs, nur längere Beine und kein buschiger Schwanz.“

Vorerst letztes Opfer wurde die Tochter von Gerti Meitz vom Bildungs- und Heimatwerk. Sie wurde vom Nachbarn der derzeit verreisten Tochter alarmiert, „es hat ausgesehen wie bei einem Massaker“, erklärt sie. Die Tiere seien aber offenbar gestört worden und konnten die Beute nicht mitnehmen.

Füchse jagen allein

„Die Spur von drei getöteten Hühnern zog sich durch den Garten bis zur Straße“, so Meitz, die davon überzeugt ist, dass es sich um Goldschakale handelt, denn der Nachbar hatte zwei dieser Tiere beobachtet. „Füchse jagen allein“, schließt sie eine Verwechslung aus. Zudem sei hundeähnliches Gebell zu hören gewesen.

Solide Gitter als Schutz

Konkrete Sichtungen von Goldschakalen sind Tierarzt Wolfgang Babinek nicht bekannt. Er schließt eine Verwechslung mit optisch sehr ähnlichen Füchsen aber nicht völlig aus. Egal, um welchen Räuber es sich handelt, Babinek rät zu „wirklich soliden Gittern“ als wirksamen Schutz für Hühner und Hasen.

Schakal-Pärchen könnte Junge haben

Für Christian Schwalm kommt es nicht überraschend, dass die Schakale jetzt öfter gesichtet wurden. „Schon im Winter hab ich sie gesehen, zwei sind es, vermutlich ein Pärchen“, erzählt er. Auch seiner Katze kamen die Tiere schon gefährlich nahe. „Manchmal rufen sie sich, das klingt dann, wie wenn ein junger Hund schreit“, so Schwalm. Dass jetzt zumeist nur ein Schakal zu sehen ist, könnte bedeuten, dass sie Junge haben, vermutet Schwalm.

Beim Jagdleiter und Ortsvorsteher Josef Wannerer wurden bisher allerdings keine eindeutigen Sichtungen gemeldet. Ausschließen kann er die Anwesenheit von Goldschakalen im Revier allerdings nicht.