Bezirk Krems hat auch nach der Wahl keine FF-Chefin. 122 lokale Feuerwehren wählen im Jänner – voraussichtlich lauter Männer. Martin Boyer (47) tritt zum dritten Mal an.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:22)
„Oldboy“ musste ausscheiden: Günter Leitzinger war 1978 bis 2019 Kommandant der FF Joching und damit sogar dienstältester FF-Chef Österreichs.
Martin Kalchhauser

Im Frühjahr 2021 werden, in mehreren Phasen, die Wahlen der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren in NÖ über die Bühnen gehen. Los geht‘s mit den Wahlen der lokalen FF-Kommandanten. „Diese Wahldurchgänge finden zwischen 1. und 31. Jänner in 122 Feuerwehren im Bezirk Krems statt“, erklärt der Kremser Bezirkskommandant Martin Boyer.

Die Wahlen werden von den Gemeinden ausgeschrieben, der jeweilige Bürgermeister ist hierbei der Wahlvorsitzende.

Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer: „Trete wieder an!“ Kalchhauser
Martin

Hinsichtlich der Personalsituation hat Boyer erfreuliche Nachrichten: „Wir haben für jede Wehr im Bezirk, sowohl für den Kommandanten als auch für den Stellvertreter, Kandidaten gefunden. Das war in den vergangenen Wahlgängen nicht immer der Fall. Vor allem in jenen Gemeinden, die von Abwanderung betroffen sind, gibt es manchmal Probleme, Feuerwehren zu erhalten und Willige für den Posten des Kommandanten zu finden“, berichtet Boyer. Mit Gesprächen lasse sich aber viel Positives bewirken.

„Die Feuerwehren haben im vergangenen Jahr viele neue Aufgaben übernommen. Die Hilfe bei den Massentests ist nur ein Beispiel.“ Martin Boyer, Bezirksfeuerwehrkommandant inKrems

Während bei derartigen FF-Kommandantenwahlen gewohnt rund ein Drittel an „neuen Gesichtern“ antritt, sind auch wieder viele „Veteranen“ am Start.

„Die dienstältesten FF-Kommandanten, die sich wieder der Wahl stellen, sind Johann Gretzel, der seit 29 Jahren die FF Brunn am Wald leitet, und Walter Prösser, der dies seit 25 Jahren in der FF Wilhalm tut“, so Boyer. Nicht mehr antreten werden die Urgesteine Gerhard Erber (Oberfucha) und Josef Schübel (Gföhl).

Keine weiblichen Kandidaten dabei

Auf der Kandidatenliste findet sich für 2021 allerdings keine einzige Frau. Es gebe laut Boyer aktuell zwar eine weibliche Stellvertreterin, diese trete jedoch nicht mehr an. Immerhin habe sich in den Feuerwehrjugendverbänden der Trend umgedreht. „Hier sind die Mädchen schon in der Mehrheit.“

Bei den „aktiven“ erwachsenen Feuerwehrleuten spiegelt sich dieses Verhältnis – momentan – noch nicht wieder. Boyer spricht von 595 Feuerwehrfrauen im Bezirk Krems.

Fast alle „Feuerwehrler“ sind wahlberechtigt

Aktiv wahlberechtigt sind im Jänner alle Feuerwehrleute, die das 15. Lebensjahr vollendet haben. „Das schließt auch Angehörige ein, die sich entschließen, die Feuerwehrjugend nicht mit 15, sondern erst mit 16 zu verlassen. Auch Reservisten sind selbstverständlich aktiv wahlberechtigt“, erklärt Boyer.

Vom Wahlrecht Gebrauch machen können demnach 6.320 von insgesamt 6.619 Feuerwehrmitgliedern. Beim passiven Wahlrecht gibt es allerdings eine Altersschranke. Wer 65 wird, kann nicht mehr kandidieren, oder muss – so er bereits Stellvertreter oder Kommandant ist – alle Posten niederlegen.

Doch nicht nur die lokalen FF-Kommandanten werden gewählt. Am 20. Februar werden in weiteren Durchläufen (in dieser Reihenfolge) der Bezirkskommandant, dessen Stellvertreter, die Abschnitts- sowie die Unterabschnittskommandanten von den 250 im Jänner gewählten FF-Funktionären bestimmt.

Wenig überraschend wird der aktuelle FF-Bezirkschef Boyer, erst 47 Jahre alt, sich wieder der Wahl stellen, ebenso sein Stellvertreter Engelbert Mistelbauer. Ersterer sieht einer arbeitsreichen dritten Amtsperiode entgegen: Die Feuerwehren hätten im vergangenen Jahr Einsätze weit jenseits ihres klassischen Aufgabenbereichs gesehen. Erst bei den kürzlich abgehaltenen Massentestungen haben sie einmal mehr eine wichtige unterstützende Rolle gespielt.

Die Wahlen werden dieses Mal wegen Corona etwas anders ablaufen als gewohnt. So wurde im Vorfeld die NÖ Feuerwehrverordnung hinsichtlich des Wahlvorganges abgeändert. So werde es erstmalig eine Zeitfenster-Regelung geben. „Innerhalb dieses Zeitfensters können Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben“, meint Boyer. Damit werde verhindert, dass sämtliche potenzielle Wähler zur gleichen Zeit an einem Ort sind.

Ein Automatismus ist dieses Vorgehen aber nicht. Wo genug Platz herrsche, etwa in Albrechtsberg oder in Mühldorf, können Wahlen auch im gewohnten Prozedere abgehalten werden. Für die Wahlgänge am 20. Februar kommen eine der Kremser Schulen oder die Ö-Hallen in Frage.

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