Innovativ! Ein neuer Stadtplan für Krems. Werbeagentur kreierte einen Stadtplan der anderen Art und stellt ihn gratis zur Verfügung. Bei einer Erstauflage von 30.000 Stück gibt es schon jetzt 15.000 Vorbestellungen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 31. August 2018 (06:46)
Werbeagentur Ideenladen
Im Stadtplan sind auch einige reelle Persönlichkeiten zu finden, wie zum Beispiel Bürgermeister Reinhard Resch vor dem Kremser Rathaus (oben, mit roter Krawatte).

Informativ, unterhaltsam und mit unglaublich viel Liebe zum Detail – das ist der Kremser Stadtplan der Werbeagentur „Ideenladen“, an dem Geschäftsführer Sebastian Streibel und sein zehnköpfiges Team seit Ende Mai arbeiten. Mittlerweile befindet sich das Projekt im Endspurt, präsentiert werden soll die faltbare Karte erstmals am 22. September, im Rahmen des Wachaumarathons.

Der NÖN gewährte Werbe-Guru Streibel aber schon jetzt einen Blick auf den Stadtplan der etwas anderen Art, und er erklärte auch, welche Motivation hinter der Eigeninitiative steckt. „Ich hatte schon lange das Bedürfnis, einen Stadtplan zu machen. Denn es gibt in Krems sehr viel zu sehen, aber leider keinen guten Stadtplan“, sagt der 33-Jährige.

Keine Sponsoren oder Auftraggeber für Projekt

Das Projekt sei komplett eigenfinanziert und es stehe auch kein Auftraggeber dahinter, so Streibel. „Das wäre auch nicht finanzierbar. Es stecken 400 Arbeitsstunden dahinter.“

Werbeagentur Ideenladen
Sebastian Streibel hält es in den Händen, das erste Exemplar des Stadtplans seiner Werbeagentur „Ideenladen“. Die auffaltbare Karte hat sowohl eine lebendige Vorder- als auch Rückseite, die Krems bei Tag und bei Nacht abbilden. 400 Arbeitsstunden stecken in dem mit bunten Illustrationen gespickten Plan.

Großer Vorteil an der mit bunten Illustrationen gespickten Karte des „Ideenladen“ sei, dass keine „Logos oder Sponsorenfriedhöfe“ darauf zu finden sind. Das schätzen die Kremser Betriebe.

Schon jetzt gibt es 15.000 Vorbestellungen für den Stadtplan – bei einer Erstauflage von 30.000 Stück. Noch dazu bekommen sie ihn gratis. Lediglich einen Druckkostenbeitrag verlangt Streibel bei Großbestellungen.

Ist das nicht ein unglaubliches finanzielles Minusgeschäft? „Es geht uns bei dem Projekt nicht um den Gewinn. Der Stadtplan ist vielmehr ein Referenzprojekt, der unsere Bekanntheit in der Region steigern soll“, erklärt Streibel.

Geld werde erst für die T-Shirt-Kollektion verlangt, die auf den im Stadtplan vorkommenden Illustrationen basiert.

„Einiges ist mit einem Augenzwinkern zu sehen“

Das Besondere an Streibels „Königsprojekt“ ist, dass es Krems zur Tages- und Nachtzeit abbildet. Die Vorderseite der Karte zeigt alle relevanten Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Sportstätten, öffentliche Einrichtungen und auch Personen – Bürgermeister Reinhard Resch findet man standesgemäß vor dem Rathaus, den flüchtigen „Behördenschreck“ Franz Stieger hinter einem Baum versteckt.

„Einige Dinge sind mit einem Augenzwinkern zu sehen“, schmunzelt Streibel. Dreht man den Plan um, präsentiert sich Krems im Abendlicht. Dort finden sich dann wichtige Gasthäuser, Restaurants und Ausgehlokale.

Kommt die Erstauflage des Stadtplans gut an, hat Streibel schon weitere Ideen im Köcher. „Ich denke dabei zum Beispiel an eine Art Wander,- Kletter- und Radfahrerführer oder eine Heurigenkarte.“

Unter www.kremsanderdonau.at wird der Stadtplan künftig auch online einsehbar sein. „Wenn das gut ankommt, wird es auch eine interaktive Karte geben, in der man sich bewegen kann“, verrät Streibel.