Wachau feiert Welterbe-Status. Rückblick und Entwicklung der UNESCO-Welterberegion beim ersten Wachauforum.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 07. März 2020 (16:18)
Einige der Gäste beim Wachauforum: Martin Grüneis (Kulturabteilung Land NÖ), Ruth Pöckl (UNESCO-Welterbekoordinatorin im Bundesministerium), Andreas Nunzer, Vorsitzender der Welterbegemeinden, Welterbemanagerin Inge Hödl und die Bürgermeister Roman Janacek (Bergern), Beatrix Handl (Mühldorf), Erich Polz (Rossatz-Arnsdorf), Heinz Brustbauer (Mautern), Edmund Binder (Maria Laach). 
Josef Salomon/Wachaufoto

Vor 20 Jahren wurde die Wachau als herausragende Kulturlandschaft (und damit von außergewöhnlichem Interesse und Wert für die gesamte Menschheit) von der UNESCO in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Sie ist damit eine der aktuell 1.121 Welterbestätten in 167 Ländern weltweit.

Seit drei Jahren gibt es einen Managementplan, der den 15 Welterbegemeinden als „Handbuch für die tägliche Arbeit“ (Welterbemanagerin Inge Hödl) zur Bewahrung und Entwicklung der Welterberegion dient. In diesem Konvolut ist auch die Abhaltung eines jährlichen Wachauforums, einer „offenen Veranstaltung für alle am Welterbe Wachau interessierten Personen“, vorgesehen. Die erstmalige Durchführung dieser Plattform ging am vergangenen Samstag im Audimax der Donau-Uni Krems über die Bühne. Es war allerdings eher ein Treffen der offiziellen Welterbe-Zuständigen – die „ganz normalen“ Wachaubewohner machten sich noch etwas rar.

Dabei wurden interessante Infos geboten. Peter Strasser von der Donau-Uni – er war zur Zeit des Wachau-Welterbe-Eintragungs-Procederes im Welterbezentrum in Paris tätig und damit ein Zeitzeuge – beleuchtete den Weg zum Welterbe-Titel, von der Bildung des Arbeitskreises zum Schutz der Wachau 1972 bis zum Projektstopp der geplanten Rossatzer Staustufe 1983 und der Verleihung des Europadiploms 1984.

Andreas Nunzer, Vorsitzender der Welterbegemeinden, sprach zukünftige Herausforderungen in der Region (Abwanderung, Überalterung, Fehlen von Handwerksbetrieben, Klimawandel) an. Architekt Cristian Abrihan, der gemeinsam mit Michael Kloos ein Leitbild zum Bauen in der Wachau erarbeitet, stellte den Stand der Dinge vor.

Kampagne gestartet

Welterbemanagerin Hödl und Florian Meixner von der österreichischen UNESCO-Nationalkommission erläuterten die Bedeutung des Managementplans und Projekte anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums. So wurde eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung gestartet. Unter dem Motto „Ich bin Weltkulturerbe“ liegt ein Info-Folder auf, in dem Wachauer abgebildet sind, die damit ihren Stolz auf ihre Heimat zum Ausdruck bringen. Weiters gab es den Aufruf, sich als „Welterbe-Beobachter“ zu bewerben – vor allem Frauen und junge Wachauer seien da noch gesucht. Ein unterhaltsames Wachau-Quartett wurde erarbeitet, das das ganze Jubiläumsjahr über bei Welterbe-relevanten Veranstaltungen in den Wachaugemeinden aufliegt.

Die Landesgalerie NÖ in Krems zeigt ab Mai die Ausstellung „Wachau – Die Entdeckung eines Welterbes“ mit 500 Bildern bekannter Wachaumaler. Ein Fotowettbewerb wird in Zusammenarbeit mit der NÖN gestartet, bei dem jedermann seine Blicke auf die Wachauer Landschaft und Bewohner in Bildern festhalten und sie ab Mai einreichen kann.