Justizanstalt Stein: Häftlingsattacke mit Buttermesser . Bei der Verlegung in eine besondere Hochsicherheitszelle wurde am 3. Dezember ein gefangener Russe rabiat. Er ging mit einem Buttermesser auf die Justizbediensteten los. Die Mitglieder der Spezialeinheit waren zum Glück darauf vorbereitet.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. Dezember 2020 (12:12)
Ein besonders auffälliger 24-jähriger Gefangener der Justizanstalt Stein rastete aus und attackierte Mitglieder der internen Spezialeinheit.
Johann Lechner

Als "Problemfall" ist der 24-Jährige seit vielen Jahren bekannt. Er hat bereits Stationen in Garsten und Graz-Karlau absolviert und sitzt aktuell in der Strafvollzugsanstalt Stein.

Verlegung in Spezialzelle

Am Donnerstag sollte der Mann, der auch schon einen Fluchtversuch gestartet hat und dessen Drohungen in letzter Zeit immer deutlicher geworden waren, schließlich in eine ganz besonders gesicherte Zelle verlegt werden. Dazu kam die Einsatzgruppe des Hauses - Bedienstet mit spezieller Ausbildung und besonderer Sicherheitsausrüstung - zum Einsatz. 

Haftraum bereits geflutet

Als die Beamten den Gefangenen aus seinem Haftraum, den er bereits mehrere Zentimeter hoch geflutet hatte, holten, ging er mit Tritten auf sie los. Außerdem zog er ein Buttermesser und wollte auf eines der Mitglieder der Spezialeinheit einstechen. Erfolglos. Er wurde gefesselt und in die Sonderzelle gebracht.

Besonders schwieriger Fall

Strafvollzugsanstalt-Chef Christian Timm: "Vorfall wurde von unseren Mitarbeitern maßvoll und professionell gehandhabt."
Martin Kalchhauser

Er dürfte jetzt neuerlich eine Zusatzstrafe ausfassen. Strafanstalts-Leiter Christian Timm bestätigte gegenüber der NÖN den Vorfall. "Wir machen Strafanzeige gegen den Mann." Außerdem wird der Russe jetzt eine Woche in der Spezialzelle bleiben müssen. "Ob diese Zeit verlängert werden kann, muss dann aber ein Gericht entscheiden." Der Gefangene sei ein besonders schwieriger Fall, der schon zuvor mehrmals negativ aufgefallen war. 

Einsatz verlief professionell

"Er verbringt seine Strafe bereits ausschließlich im Sicherheitsvollzug", so Timm weiter. Stolz ist der Stein-Chef auf seine Mitarbeiter. Die für solche Fälle speziell ausgebildeten Mitglieder der Einsatzgruppe hätten den heiklen Fall "sehr maßvoll und professionell" gehandhabt.