EVN zu Kremser Stromausfall: „War kein Blackout“. In 3.000 Haushalten ging am Dienstagabend das Licht aus. Während Feuerwehr-Kommandant Gerhard Urschler „Riesen-Aufregung“ sah, beschwichtigt die EVN.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 21. Mai 2019 (05:03)
Kerzenlicht erhellte am Dienstagabend viele Wohnungen in ganz Krems.
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Was tun, wenn das Licht ausgeht? In Krems wurden am Dienstagabend rund 3.000 Haushalte vor dieses Szenario gestellt ( wir hatten berichtet, siehe hier ). Einer der größten bisher da gewesenen Stromausfälle legte die Stadt teilweise lahm. Rund 75 Minuten lang saßen Anwohner von Weinzierl bis Stein im Dunklen. Die Feuerwehr stand in Hochbetrieb, vier Einsätze gleichzeitig mussten gestemmt werden.

EVN-Sprecher Stefan Zach: „Es war ein normaler, regionaler Stromausfall.“
Moser

Ursache des großflächigen Stromausfalls – EVN-Sprecher Stefan Zach betont: „Es war kein Blackout!“ – waren Störungen zweier 20.000-Volt-Kabel im Bereich der Trafostationen in der Kaiser-Friedrich-Straße und der Neusiedelgasse. In Letzterer brannte ein Endverschluss aus. „So etwas kommt ab und zu vor“, erklärt Zach.

Jener Kurzschluss in der Kaiser-Friedrich-Straße, der durch den Trafobrand in der rund drei Kilometer Luftlinie entfernt liegenden Neusiedelgasse erst ausgelöst wurde, ließ die auf die Straße geströmten Anwohner kurzzeitig in Panik verfallen, wie auch Feuerwehr-Kommandant Gerhard Urschler erzählt: „Das verschmorte Stromkabel hat einen unglaublich intensiven Geruch hervorgerufen. Da war die Verunsicherung groß, weil viele an Gas dachten.“

Kurzschluss hob Straßenbelag an

Die Kraft des Stromkabels ließ sich auch am Straßenbelag nachvollziehen, der durch den Kurzschluss in die Höhe gedrückt wurde. Die Straßen im unmittelbaren Umkreis wurden sofort von der Polizei gesperrt.

Für die Bewohner habe zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr bestanden, sagt Zach: „Abgesperrt wurde zur Vorsorge, für diverse Messungen und weil sofort aufgegraben wurde.“ Für ihn war es insgesamt ein „normaler, regionaler Stromausfall, wie er ab und zu vorkommen kann“.

Feuerwehr-Kommandant Gerhard Urschler: „Leute sind nicht vorbereitet.“
Martin Kalchhauser

Urschler sah den „bisher größten Stromausfall in Krems“. Zwar verurteile er die „Blackout-Hysterie“, dennoch habe er gesehen, welch „Riesen-Aufregung“ schon eine Stunde ohne Strom hervorrufe. „Die Leute sind nicht ausreichend darauf vorbereitet.“

Bemerkbar machte sich der Stromausfall übrigens auch im Kremser Krankenhaus, in dem bis 23 Uhr Notstrombetrieb herrschte. Mitarbeiter des Roten Kreuzes wurden angewiesen, vor der Einlieferung schwer verletzter Patienten anzufragen, weil Operationen nur schwer möglich gewesen wären.

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