Es war einmal: Krems als Wintersportort

Erstellt am 30. September 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min
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Aufnahme der „Waldschenke“ Anfang der 1930er-Jahre. Damals wie heute können hier Gäste einen besonders weitläufigen Ausblick von 270 Metern Seehöhe auf Krems, das Alpenvorland und den Wienerwald genießen.
Foto: privat
Vor über 90 Jahren legte sich Sepp Schwarz am Kuhberg in die Wiese und damit den Grundstein für die Schwarzalm.
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„Hier ist ein schönes Plätzchen, da mach ich ein Nickerchen“. So oder so ähnlich hat es sich Anfang der 1930er-Jahre wohl Josef Schwarz nach einer durchzechten Nacht gedacht.

Der Schlaf war vermutlich besonders erholsam oder die Aussicht ließ ihn beim Aufwachen jeglichen Kater vergessen, sodass der Kremser kurzerhand einen Antrag einreichte, um auf eben jenem magischen Platz eine Jausenstation zu errichten, welche er 1932 erwarb. So besagt es zumindest die Legende. Damit wurde Josef Schwarz zum Begründer der Schwarzalm, welche nunmehr eine 90-jährige Geschichte aufweist.

„Vor 80, 90 Jahren musste man jeden 50-Kilogramm-Sack Mehl zu Fuß heraufschleppen“, erzählt Franz Proidl, der mit seiner Familie heute die Schwarzalm betreibt, aus der Chronik des Hauses. „Da gab es noch keine Straße.“

So konnte man damals zwar nicht mit dem Auto hinauf, im Winter jedoch mit den Skiern hinunter. „Ein richtiger Wintersportort war die Stadt Krems“, scherzt Proidl. Bei guter Schneelage wandelte sich die Schwarzalm in das Après-Ski-Zentrum der Kremser.

Am direktesten hinauf als auch hinunter kommt man über den „Armensündergraben“. Die vom Kremser Gericht zum Tode verurteilten „armen Sünder“ wurden hier früher zur Vollstreckung ihrer Strafe diesen Berg hinaufgeführt.

Definitiv keine Strafe ist ein Besuch in der Schwarzalm heute: Seit 2008 bewirtet die Familie Proidl ihre Gäste mit frisch zubereiteter Hausmannskost, eigenem Wein. Das einzigartige Panorama ist die Draufgabe.

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