Gföhl

Erstellt am 24. Juli 2018, 04:40

von Franz Aschauer

Gföhler Initiative kämpft für Flüchtlingsfamilie. Engagierte Gföhler ziehen alle Register für Verbleib von sechs integrierten Irakern.

Vertreter des Vereins „Willkommen Mensch Gföhl“ mit der sechsköpfigen Familie Al Yasiri, die nun vor der Abschiebung steht.  |  privat

Es ist ein trauriges Schicksal, das vor wenigen Wochen eine in Gföhl lebende irakische Flüchtlingsfamilie ereilte. Nachdem auch der zweite Asylbescheid der Eltern und ihrer vier Kinder negativ ausgefallen war, wurden sie eines Morgens aus ihrer Bleibe, dem Pfarrhof, abgeholt und nach Wien gebracht. Dort sitzt die Familie Al Yasiri nun in Schubhaft und wartet auf ihre Abschiebung.

Die letzte Hoffnung der gut integrierten Flüchtlingsfamilie ruht jetzt auf den Bemühungen des Gföhler Vereins „Willkommen Mensch“, in dem sich rund 20 „Paten“ um insgesamt sechs Flüchtlingsfamilien kümmern.

Ein Spendenkonto soll Kosten für einen Rechtsanwalt decken, der für den Verbleib der irakischen Familie kämpft. Geld wird aber auch für die anderen Gföhler Flüchtlinge dringend benötigt. „Für zwei weitere irakische Familien läuft demnächst die subsidiäre Schutzfrist aus. Bei der derzeitigen Tendenz der österreichischen Behörden muss man auch um jene beiden Familien bangen und Vorsorge treffen“, sagt Gabriela Auferbauer, Obfrau von „Willkommen Mensch Gföhl“.

Integration der Familie ist vorbildlich gelungen

Seit 2015 leistet sie mit ihrem Team unzählige ehrenamtliche Stunden zum Wohle der Geflüchteten. In der jüngeren Vergangenheit stand vermehrt die Integration im Vordergrund. Ein Vorzeigefall soll die Familie Al Yasiri gewesen sein. „Die vier Kinder hatten viele Freunde in der Volksschule und der Neuen Mittelschule, die Mutter absolvierte Deutschprüfungen auf Level A2 und der Vater arbeitete im Rahmen der Gemeinnützigentätigkeit bei der Gemeinde“, erzählt Auferbauer.

Eine Rückkehr der sechsköpfigen Familie in den Irak wäre für Auferbauer unverantwortlich. „Sie würden in völlig unsicheres Gebiet abgeschoben werden. Einer der Buben muss vielleicht wieder in jene Schule zurückkehren, in der er durch die Explosion einer Bombe schwer traumatisiert wurde!“