Kremser Post- und Paketzusteller in der Kritik. Briefe häufig vertauscht. Zusteller „sparen“ Stufen. Post verspricht Besserung.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. Februar 2021 (05:33)
Schönthaller

Beschwerden gegen Post- und Paketzusteller sind in Krems leider derzeit (fast) an der Tagesordnung. Ein besonderer Fall sind zwei Adressen in der Beethovenstraße. Immer öfter „sparen“ Paketzusteller aber auch Stufen. Statt anzuläuten, werfen sie gleich einen Verständigungszettel in den Postkasten. Empfänger müssen dann zum Postamt pilgern …

Herbert Köck (Beethovenstraße 9a) und Ewald Semprer (Nummer 9) sind zum Glück gute Nachbarn. Denn obwohl es zwei eindeutig beschriftete Postkästen gibt, werden immer wieder Briefe falsch eingeworfen. „Wir haben uns bei der Post beschwert. Dann hat es kurze Zeit kuntioniert. Aber jetzt gibt es wieder laufend Probleme“, erzählt Köck. Mehrmals kam außerdem vor, dass Sendungen mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückgeschickt wurden – zuletzt Weihnachtspost aus Deutschland, die laut Stempel mehr als einen Monat (!) zum Absender zurück unterwegs war. Dafür wurde ein Brief einer seit mehr als 30 Jahren Verstorbenen zugestellt.

Post verspricht Kunden „Qualitätsmaßnahmen“

„Wir werden in diesem Fall Qualitätsmaßnahmen ergreifen und nachschärfen“, verspricht Post-Sprecher Markus Leitgeb. Bei der Paketzustellung könne er keine allgemeinen Probleme bestätigen. Wir sprechen hier von einer Handvoll Fällen.“

Leitgeb empfiehlt Betroffenen, das Post-Kundenservice mit der entsprechenden Sendungsnummer mit dem Fall zu konfrontieren. „Dort geht man der Sache nach und kann auch eine erneute Zustellung veranlassen.“ Österreichweit halte man bei einer hohen „Erstzustellungsquote“ von 95 Prozent.

Interessant: Die Ankündigung, die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu bringen, kommentierte ein(e) Post-Mitarbeiter(in), bei der Ausgabe eines nicht korrekt zugestellten Pakets so: „Wird eh endlich Zeit, dass was passiert!“