Sorge ums Ortsbild: Diskussion um Fahrzeughallen-Bau. Passt eine Halle am Ortseingang ins Welterbe? Anrainer und Arbeitskreis Welterbe Wachau machen dagegen mobil.

Von Gertrude Schopf und Denise Schweiger. Erstellt am 27. Juli 2018 (06:46)
Denise Schweiger
Für seine LKW, die bislang im Freien stehen, will der Grundstücksbesitzereine Halle errichten.

Fünf Jahre schon dauert der Behördenweg von Transportunternehmer Karl Schütz, um sich die Genehmigung für den Bau einer Fahrzeughalle zu sichern. Der Standort ist prekär: Schütz hat das Areal der ehemaligen Tankstelle am südlichen Ortseingang, etwa 1.600 Quadratmeter groß, gekauft, hier will er die Halle aufstellen. „Noch heuer“, versichert er.

Mittlerweile hat er die bau- und gewerbebehördliche Genehmigung und auch einen gültigen positiven Bescheid vom Landesverwaltungsgerichtshof, der eingeschaltet worden war. Die Halle selbst wird an die Dimensionen der benachbarten Häuser angepasst. „Der Plan wurde natürlich in Absprache mit den Behörden erstellt“, so Schütz.

„Wir hätten das Areal umwidmen müssen“

Gegner des Bauvorhabens gibt es einige. Anrainer zum Beispiel – mittlerweile wurde FPÖ-Abgeordneter Martin Huber aus Blindenmarkt um Hilfe gebeten. Und den Arbeitskreis Welterbe Wachau, der sich um das Ortsbild sorgt und dieses „prominent“ gelegene Grundstück einer „dem Welterbestatus entsprechenden Nutzung zuführen“ will.

Obmann Christian Hirtzberger: „Ideal erscheint etwa ein auf Radfahrer spezialisiertes Hotel.“ Er sieht in diesem Verfahren Fehler nicht nur bei der/den Gemeinde(n), sondern auch beim Land NÖ: „Da wird wieder mal eine Gelegenheit vertan, die Welterberegion positiv weiterzuentwickeln ...“

Schütz selbst hat im Vorfeld versucht, ein Grundstück in Schwallenbach, die bestehenden, als Lager verwendeten Garagen der Straßenmeisterei, zu bekommen und für seine Unternehmenszwecke zu nutzen. Der Plan ist allerdings gescheitert.

„Wir hätten das Areal umwidmen müssen, und es gibt auch keine geeignete Zufahrt“, berichtet Spitz-Bürgermeister Andreas Nunzer, dass das Grundstück zwischenzeitlich an das Land NÖ verkauft worden ist.