Protest gegen Tod von 400 Schafen. Verein „RespekTiere“ wurde Demo untersagt. Schächter betont: „Alles legal!“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 27. August 2018 (21:25)
Mini-Protest wegen fehlender Genehmigung: Aktivisten von „RespekTiere“ machten in der Schlossstraße in Gneixendorf plakativ auf Tierquälerei durch das Schächten von Schafen aufmerksam.
Foto: MartinKalchhauser

Über 400 Schafe wurden in einem Schlachtbetrieb in der Schlossstraße in Gneixendorf vor dem islamischen Opferfest geschächtet. Das rief Aktivisten des Verein „RespekTiere“ auf den Plan. Eine große Kundgebung scheiterte an einem Formalfehler.

Die für den vergangenen Dienstag, 21. 8., geplante Demo wurde dem Verein um Tom Putzgruber untersagt, denn das Ansuchen war an die BH Krems statt an den Magistrat gerichtet. Als es dann dort eintraf, war es zu spät für eine Genehmigung.

„Was das Schächten betrifft, sind wir generell gegen Ausnahmen“

Dennoch machten die Tierschützer auf das Geschehen hinter den Toren des Hauses aufmerksam. Die Schafe seien dort an den heißen Tagen in einem engen, mit Wellblech gedeckten Verschlag eingesperrt gewesen. Man habe immerhin bewirkt, dass die Tiere mit Wasser bespritzt werden mussten und ein Ventilator zum Einsatz kam. „Was das Schächten betrifft, sind wir generell gegen Ausnahmen“, so Putzgruber. „Es darf kein betäubungsloses Schlachten geben.“ Man wende sich weder gegen einzelne Menschen noch gegen eine Religion. „Aber das Tierschutzgesetz kann nicht im Namen Gottes oder Allahs plötzlich ungültig sein!“

Mit der Protestaktion in Gneixendorf wolle „RespekTiere“ für ein Nachdenken sorgen und eine Diskussion anregen.

Aktion soll zum Nachdenken anregen

„Die Schächtungen waren eine genehmigte Aktion, ein Tierarzt die ganze Zeit dabei“, ist sich Betreiber Halil Tanrikulu keiner Schuld bewusst. Es habe einige Tage zuvor sogar einen Hausfriedensbruch durch die Tierschutz-Aktivisten in seinem genehmigten Schlachthof gegeben. Er habe aber keine Anzeige erstattet. „Ich will nur meine Ruhe haben“, meint er. „Es ist absurd, was da abgeht.“

Tanrikulu wird sich in Krems nicht mehr lange mit Protesten konfrontiert sehen. Er plant eine Absiedlung des Betriebs in den Bezirk St. Pölten.