„Geschäftesterben ist Brandherd“: Rathaus will helfen

Erstellt am 06. Februar 2018 | 05:47
Lesezeit: 3 Min
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„Wieder steht ein Lokal leer“ – Vize Erwin Krammer vor dem zugesperrten „Egger‘s“ in der Landstraße.
Foto: Lechner
In der Kremser Fußgängerzone sperrt ein Laden nach dem anderen zu. Nun will das Rathaus retten, was noch zu retten ist.
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„Wir müssen sofort handeln.“ ÖVP-Vizebürgermeister Erwin Krammer schlägt Alarm. „Das Geschäftesterben in der Fußgängerzone ist ein Brandherd, der immer weiter um sich greift.“

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Verwahrlosung: Motiv in der Unteren Landstraße.
Foto: Lechner

Tatsache ist: Es wird wirklich stetig schlimmer. Standen in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwa 15 Geschäfte leer, so sind es aktuell mehr als 20. „Innerhalb weniger Wochen haben im Bereich zwischen dem Täglichen Markt und der Spänglergasse sieben Läden zugesperrt“, rechnet Krammer vor. Seine Forderung: „Die Politik muss Geld in die Hand nehmen und Initiativen setzen.“

Konzept liegt seit einem Jahr auf dem Tisch

Im Rathaus hat man den Ernst der Lage erkannt. „Ja, wir werden etwas tun. Wir arbeiten intensiv daran“, versichert Bürgermeister Reinhard Resch. Bei der praktischen Umsetzung geht es vor allem um das längst überfällige Stadtmarketing zur Belebung des Zentrums.

Wie berichtet, liegt seit fast einem Jahr ein Konzept auf dem Tisch, das unter dem Namen „Wirtschaft Krems GesmbH“ die Gründung einer Gesellschaft vorsieht. Neben der Stadt sollen der Wirtschaftsbeirat, die Kaufmannschaft, die Wirtschaftskammer und die IMC-Fachhochschule beteiligt sein.

„Wenn alle an einem Strang ziehen, werden wir Erfolg haben“, erklärt IMC-Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Boyer namens der parteiunabhängigen Plattform „Wir für Krems“. Boyer ist davon überzeugt, dass nur eine Bündelung aller Kräfte aus der Krise herausführen kann.

Wie geht es konkret weiter? „Derzeit sind wir in einer heißen Verhandlungsphase“, berichtet Krammer, der im Stadtsenat für das Wirtschaftsressort zuständig ist. Er verlangt von Bürgermeister Resch ausreichende Finanzmittel für die Wiederbelebung der Innenstadt. „Falls das Stadtmarketing nicht budgetiert wird, gibt es seitens der ÖVP sicher auch keine Zustimmung für das Gesamtbudget.“ Resch beschwichtigt: „Natürlich werden wir im Budget einen entsprechenden Betrag vorsehen.“

Zeitdruck: Einigung bis Ende Februar fällig

Wie viel kostet professionelles Stadtmarketing (mit einem Geschäftsführer)? Inoffiziell ist von mehreren hunderttausend Euro die Rede. Spätestens bis zur Budgetsitzung am 28. Februar soll es zu einer Einigung zwischen Resch und Krammer kommen. Im Moment hapert es noch an der Klärung von Detailfragen, etwa in welcher Form das Boyer-Projekt umgesetzt wird und wie hoch der Beteiligungsanteil der Stadt sein soll.

„Ich bin aber optimistisch, dass wir etwas Brauchbares auf die Beine stellen“, sagt Krammer, der schon ganz konkrete Ideen im Kopf hat. „Einerseits müssen wir mit attraktiven Events wieder mehr Leute ins Zentrum bringen. Andererseits gilt es, wieder Geschäfte anzusiedeln.“

Krammer schlägt etwa vor, dass die Stadtgemeinde bei Neueröffnungen für die „Startzeit“ einen Teil der Mietkosten übernimmt.

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