Magistrat Krems: Zores wegen Wut-Mail. Kremser Amtsleiter Leopold Rohrhofer blüht nach Inkompetenz-Vorwürfen gegen Kollegen und Vorgesetzten ein Disziplinarverfahren.

Von Franz Aschauer und Martin Kalchhauser. Erstellt am 03. Februar 2021 (05:31)

Ärger am Magistrat: Ein schon länger schwelender Konflikt gipfelte in einem Eklat. Amtsleiter Leopold Rohrhofer, zuständig für die Bereiche Sicherheit und Ordnung, Landwirtschaft und das Fremdenwesen, ist beurlaubt worden. Hintergrund ist ein interner Mailverkehr, in dem sich der 60-Jährige abfällig über einen Vorgesetzten und seine Kollegen äußert. Der NÖN liegen Auszüge daraus vor.

In den Schreiben heißt es unter anderem, dass ein Vorgesetzter „von Ahnungslosigkeit und mangelnder Fähigkeit getrieben wird“, und er die Qualität der Bereichsleiter-Runde „aus Anstandsgründen nicht beurteilen möchte“.

Die Folgen seiner Mails schienen Rohrhofer klar gewesen zu sein, schrieb er doch weiters auch: „Es ist mir bewusst, dass der Herr Magistratsdirektor gleich nach einem Disziplinarverfahren ‚schreien‘ wird.“

Disziplinarverfahren in Vorbereitung

Genau diese Konsequenz tritt jetzt ein. Magistratsdirektor Karl Hallbauer bestätigt auf NÖN-Anfrage, dass es ein „Mail eines Mitarbeiters“ gibt, das „in Sprache und Deutlichkeit“ nicht in Ordnung ist und ein „Disziplinarverfahren in Vorbereitung“ sei. Eine Anzeige an den Bürgermeister sei gestellt worden. Das weitere Prozedere sehe vor, dass eine Kommission aus zwei Mitgliedern des Gemeinderats und zwei Vertretern der Beamtenschaft zusammentritt, um ein Urteil zu fällen. Den Vorsitz führt Vizebürgermeisterin Eva Hollerer (SPÖ), so Hallbauer.

Wann die Kommission zusammentritt, ist noch nicht bekannt. Ebenso unklar ist, welchen Ausgang das Verfahren nehmen wird. Möglich seien laut Hallbauer eine Einstellung, Ermahnung, Geldstrafe oder – das wäre der härteste Fall – die Entlassung.

Hintergrund für Rohrhofers Groll, dem er in seinen Mails, die schließlich an alle Bereichsleiter ergingen, Luft machte, dürfte eine Personal-Maßnahme gewesen sein, mit der er offenbar nicht einverstanden war.

Rohrhofer verzichtet auf Stellungnahme

Leopold Rohrhofer ließ der NÖN ausrichten, keine Stellungnahme zu der Sache abgeben zu wollen. Auf einen Kommentar verzichtete mit Verweis darauf, dass Hallbauer zuständig sei, auch Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ).