Wichtig ist der Hausverstand: HAK arbeitete Debatte auf. Interessante Debatte war professionelle Aufarbeitung negativer Vorfälle. Kremser HAK-Schüler profitieren.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:23)

Einen professionellen Schlussstrich zog die HAK Krems unter einen Vorfall bei einer Internet-Diskussion vor einigen Wochen in Zwettl. Damals hatten einige Schüler der Kremser Schule mit unqualifizierten Postings für Aufregung gesorgt.

Die Online-Diskussion, in der es um korrektes Verhalten im Netz ging und die unter Leitung von NÖN-Redaktionsleiter Martin Kalchhauser stand, wurde von rund 50 Schülerinnen und Schülern aus zwei zweiten Klassen der COMITHAK mitverfolgt.

Zum Thema standen Simone Brodesser, Geschäftsführerin der Waldviertel Akademie, die Bloggerin Elena Paschinger aus Straß sowie Maximilian Schernhammer vom Landeskriminalamt NÖ Rede und Antwort.

„Emotionen und Provokationen spielen in Internet-Foren eine große Rolle.“ Maximilian Schernhammer, Landespolizeidirektion NÖ

Brodesser, selbst Absolventin einer HAK (Waidhofen) und aufgrund ihres jugendlichen Alters gut mit der Jugend und ihrem Denken vernetzt, warnte die Zuhörer eindringlich davor, durch schlechtes Benehmen im Netz ihre eigene (berufliche) Zukunft zu gefährden.

Ins selbe Horn stieß auch Schernhammer: „Das Internet vergisst nicht.“ Der durch zahlreiche Präventionsprojekte mit Jugendlichen erfahrene Kriminalist bot zum Thema sogar einen Kurzfilm auf, der aufzeigte, wie sich Bilder (in diesem Fall von einer feuchtfröhlichen Feier) bei der Bewerbung eines jungen Mannes um einen Job negativ auswirken können.

„Es ist eine gewisse Verrohung der Sprache zu beobachten. Emotionen und Provokationen spielen in den Internet-Foren eine große Rolle“, meinte der im Bereich von Kriminalitätsformen mit Computer- und Internetbezug spezialisierte Beamte. Man sei oft gar nicht so anonym unterwegs, wie man glaube. Sein Appell: „Auch in diesem Bereich sollte man mit Hausverstand ans Werk gehen!“

Klare Absage für „aufwiegelnde Debatten“

Schernhammer, der auch zu einer Reihe von Delikten (Cyber-Mobbing, üble Nachrede, Verhetzung, …) kompetent Auskunft geben konnte, gab den Jugendlichen noch einen Rat mit auf den Weg – auch zur Vermeidung peinlicher Situationen bei polizeilichen Ermittlungen: „Vielleicht sollte man einfach manchmal darüber nachdenken, ob ich das, was ich da gerade im Internet schreibe oder poste, auch meinen Eltern zeigen würde.“

Elena Paschinger, IMC-FH-Krems-Absolventin und als Reisebloggerin tätig, meinte, dass auch im Netz „eine gute Sprache wichtig“ sei und erteilte „aufwiegelnden Debatten“ eine klare Absage. Generell gelte aus ihrer Sicht jedenfalls: „Man erntet das, was man sät.“

Per Chat gestellte Fragen der teilnehmenden Schüler, die der Organisator der Diskussion, HAK-Administrator Rainer Kaiser, einbrachte, betrafen unter anderem strafrechtliche Delikte und deren Ausforschung.

Kalchhauser dankte nach 70 für alle Teilnehmer lehrreichen Minuten allen Mitwirkenden und gratulierte der Kremser HAK zur professionellen, aktiven Aufarbeitung der vergangenen – und damit wohl vergessenen – Vorfälle.