Kremser Fleischereien: Semmel-Aufschneiden kostet extra. Zwei Fleischereien verlangen einen Aufpreis von neun und zehn Cent für das Aufschneiden einer Semmel. Konkurrenz kritisiert das als „nicht kundenfreundlich“.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 19. September 2017 (04:45)
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Symbolfoto: sturmpix/Shutterstock

Heiß diskutiert wurde im vergangenen Jahr der gerechte Preis für Leitungswasser in der Gastronomie ( die NÖN berichtete , siehe auch unten). Während viele Wirte sagten, der Arbeitsaufwand müsse entlohnt werden, wollen die Gäste mehrheitlich nichts fürs Leitungswasser zahlen.

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Aufgeschnitten ist die Semmel um 10 Cent teurer.

Eine ähnliche Debatte könnte jetzt auch den Fleischereien-Sektor treffen, nachdem sich eine NÖN-Leserin über einen Aufpreis in der Fleischerei Winkler-Langgartner in der Unteren Landstraße beschwert hatte.

„Ich habe mir eine ganz normale Wurstsemmel und zwei Semmeln für zu Hause gekauft. Beim Rausgehen habe ich mir dann meine Rechnung angeschaut, wo ich dann mit Staunen feststellen musste, dass die aufgeschnittene Semmel um zehn Cent teurer war als die beiden anderen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir die Semmel selber aufgeschnitten“, schildert die Kremserin.

„Das kann man doch nie und nimmer rechtfertigen. Als Nächstes werden fürs Schnitzel-Klopfen auch noch 20 Cent verlangt.“Fleischer Engelbert Maurer

Auf Nachfrage bei der Fleischerei Winkler-Langgartner bestätigt Chef Florian Winkler den Aufpreis. „Der Arbeitsaufwand für das Aufschneiden einer Semmel rechtfertigt die zehn Cent vollkommen.“ 50 Cent beträgt der Preis für eine leere, aufgeschnittene Semmel.

Die NÖN fragte bei anderen Kremser Betrieben nach, ob sie sich den Schnitt durchs Semmerl ebenfalls vergüten lassen, und siehe da: Die Fleischerei Graf in der Herzogstraße verlangt von ihren Kunden neun Cent dafür und liegt damit bei 48 Cent für das leere Wurstsemmerl.

Auf den um zwei Cent höheren Preis bei der Fleischerei Winkler-Langgartner sei das nicht abgestimmt, sagt Inhaber Otto Graf. „Ich hatte keine Ahnung, was sie verlangen. Wir haben diesen Aufpreis schon immer, bei uns läuft das aber vollkommen transparent ab.“

Keine Aufschnittprämie verlangt die Heurigenfleischerei Ellinger in der Oberen Landstraße von ihren Kunden, wo die Semmel – ob aufgeschnitten oder nicht – 40 Cent kostet. Für Besitzer Jakob Ellinger käme der Aufpreis in seinem Geschäft nicht in Frage. „Das gefällt mir nicht recht, weil es bei den Kunden einfach nicht gut rüberkommt.“

Noch kritischer sieht Fleischermeister Engelbert Maurer den Aufpreis seiner Kollegen: „Das kann man doch nie und nimmer rechtfertigen. Ich käme nicht einmal auf die Idee, so etwas einzuführen. Als Nächstes werden fürs Schnitzel-Klopfen auch noch 20 Cent verlangt.“