Geschichtsfälschung? Rosenkranz kontert: „Unterstellung unredlich“

Erstellt am 05. Oktober 2022 | 05:48
Lesezeit: 2 Min
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Mit dem Vorwurf, NS-Aktivisten verharmlost zu haben, konfrontiert: Walter Rosenkranz.
Foto: Johann Lechner
Historiker Robert Streibel erhebt Vorwurf der „Geschichtsfälschung“ gegen den Kremser Präsidentschaftskandidaten Walter Rosenkranz.
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Für Aufregung im sonst eher flauen Bundespräsidentschaftswahlkampf sorgt eine Aussage des FPÖ-Mannes Walter Rosenkranz.

In einem Fernsehinterview mit Corinna Milborn (PULS24) kam zur Sprache, dass der Kremser 2009 im Sammelband „150 Jahre Burschenschaften in Österreich“ den NS-Staatsanwalt Johann Stich als einen der „Burschenschafter als Leistungsträger“ angeführt hatte. Stich, der an zahlreichen Hinrichtungen beteiligt war, wurde nach dem Krieg für seine Verbrechen verurteilt.

„Diese Darstellung war eine für mich schockierende Info, auf die ich bei der Recherche zu Walter Rosenkranz gestoßen bin“, schreibt die PULS24-Journalistin Milborn in ihrem Blog.

„Ist das ein Vorbild, auf das wir stolz sein müssen?“ fragt sich der Kremser Historiker Robert Streibel. „Ihn als Leistungsträger für die Zeit 1918 – 1938 zu bezeichnen, ohne das Ende der Geschichte zu erwähnen, ist Geschichtsfälschung.“ Was Rosenkranz mache, sei für ihn „Geschichtsklittering der übelsten Sorte“.

Messen Sie mich an den Taten und an meiner politischen Haltung Walter Rosenkranz

Die NÖN bat Rosenkranz um eine Stellungnahme. „Der Versuch, mich in das antisemitische Eck zu stellen, wird bei einem objektiven Faktencheck nicht gelingen“, lässt er ausrichten. „Messen Sie mich an den Taten und an meiner politischen Haltung!“

Gerade in der Zeit der türkis-blauen Regierung sei viel für die Aussühnung Österreich – Israel getan worden. Damals war der Kremser FPÖ-Klubobmann und habe „viele dieser Maßnahmen mitgeprägt“.

Auch dass das Shoah-Denkmal in dieser Zeit geplant und errichtet wurde, sei ein Zeichen dafür. Ebenfalls in seine Zeit als Parlamentarier falle die Erleichterung des Zugangs zur österreichischen Staatsbürgerschaft für NS-Opfer-Nachkommen.

Rosenkranz: „Das alles waren und sind sehr klare und eindeutige Zeichen meiner Haltung. Wer anderes unterstellt, der handelt unredlich.“

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