Start für Millionen-Projekt beim Stausee Ottenstein. In einem ersten Ausbauschritt werden die Terrasse beim Seerestaurant vergrößert und die Jugendherberge in ein Hotel umgebaut. In Summe entstehen 134 Hotelzimmer – die Hälfte davon soll noch vor der Sommer-Saison fertiggestellt sein. In einer weiteren Bauetappe entsteht ein neuer Wellnessbereich mit Indoor-Swimmingpool. Insgesamt werden rund 20 Millionen Euro investiert.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 19. Februar 2021 (17:45)

Das Waldviertel punktet bei Gästen aus nah und fern mit einer beeindruckenden Naturlandschaft und den fjordähnlichen Seen. Die Kamp-Stauseen sind längst keine Geheimtipps mehr und konnten im vergangenen Jahr sogar einen neuen Besucher-Rekord einfahren.

Für die Viktor Hotel Ottenstein Besitz GmbH waren es mitunter genau diese Beweggründe, das Hotel und das Seerestaurant zu kaufen und die Anlagen zu revitalisieren. Im Laufe der nächsten fünf bis sieben Jahre werden in die Anlagen am Stausee Ottenstein rund 20 Millionen Euro investiert.

In einem ersten Ausbauschritt werden die Terrasse beim Seerestaurant vergrößert und die Jugendherberge in ein Hotel umgebaut. In Summe entstehen 134 Hotelzimmer – die Hälfte davon soll noch vor der Sommer-Saison fertiggestellt sein. Je nach zukünftiger Auslastung könnte die Kapazität auf 220 Zimmer ausgebaut werden.

In einer weiteren Bauetappe wird auf einer Fläche von mehr als 1.500 Quadratmeter ein neuer Wellnessbereich mit einem Indoor-Swimmingpool geschaffen werden. Investiert wird auch in das Restaurant: Die derzeitige Kapazität von 130 Sitzplätzen wird auf 500 erhöht. Das Restaurant erhält eine neue Lounge und Bar. Die Kegelbahnen werden saniert.

Neue Arbeitsplätze werden geschaffen

Durch die Investitionen werden auch Arbeitsplätze geschaffen: Waren in der Sommer-Saison bisher rund 70 Arbeitnehmer beschäftigt, wird heuer auf 80 bis 90 Personen aufgestockt werden. Aktuell gibt es drei Lehrlinge – zusätzliche werden gesucht.

Wurde die gesamte Hotelanlage bisher primär mit Strom aus dem Kraftwerk Ottenstein geheizt und betrieben, wird das Areal zukünftig mit Erdwärme-Energie aus 24 Tiefenbohrungen versorgt werden. Auch die Stromgewinnung aus Photovoltaikanlagen wird realisiert.

Die Landesräte Ludwig Schleritzko und Jochen Danninger zeigten sich beim Spatenstich von den geplanten Aktivitäten beeindruckt. Landesrat Schleritzko lobte den nachhaltigen Projektansatz: „Bei der Renovierung der Gebäude wird vorwiegend Holz zum Einsatz kommen sowie auf ein ganzheitliches Energiekonzept geachtet.“

Campinganlage wächst um 80 Stellplätze

Das Hotel Ottenstein wird ab der kommenden Saison auch den Campingplatz Ottenstein betreiben. Die Campinganlage wird von aktuell 65 auf 145 Stellplätze erweitert werden. Die Viktor Hotel Ottenstein Besitz GmbH kooperiert dabei mit der Windhag Stipendienstiftung, die weiterhin Eigentümer des Campingplatzes bleiben wird. In die Modernisierung des Campingplatzes werden 200.000 Euro fließen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, da die Visionen und die langfristigen Investitionen in dieselbe Richtung führen“, bekräftigt der Hotel-Ottenstein-Eigentümervertreter Hunor Ince.

Um das umfassende Angebot am Stausee Ottenstein mit der Bootsvermietung, dem Seerestaurant und der Hotelanlage auch kulturell abzurunden, wird es im Schloss Ottenstein wöchentlich einen „Kulturdonnerstag“ geben. Geplant ist auch, im Schloss jährlich eine Ausstellung zu präsentieren. Tourismuslandesrat Jochen Danninger ist überzeugt, dass „die Tourismuswirtschaft im Waldviertel zu jenen Branchen gehören wird, die den Aufschwung nach der Überwindung der Pandemie am deutlichsten spüren wird.“