Krems: Kontroverse um Bummelzug-Haltestelle. Weil der Magistrat drei Poller aufstellen ließ, kann der Bummelzug vor dem Steinertor nicht mehr stehen bleiben. Fahrer: „Viele Gäste gehen mir dadurch verloren.“

Von Franz Aschauer. Erstellt am 12. September 2017 (04:22)
Lechner, Aschauer
Bummelzug-Fahrer Erich Gausterer: „Mir fehlt in Krems das Miteinander.“

Der Bummelzug ist in seinen elf Jahren in Krems schnell zu einer Institution geworden. Unzählige Touristen nehmen in der Saison von April bis Oktober die rund einstündige Tour durch die Innenstadt in Angriff und werden dabei von der Live-Moderation von ihrem erfahrenen Chauffeur Erich „Gauli“ Gausterer begleitet.

Eine der wichtigsten Stationen des 61-Jährigen war bis vor Kurzem noch die Haltestelle vor dem Steinertor auf Landstraßen-Seite. Dort kann Gausterer aber seit über einem Monat nicht mehr stehen bleiben, weil der Magistrat an Ort und Stelle drei Poller aufstellen ließ. Offizieller Grund: „Um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten.“

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Laut Magistrat wurden die Poller aufgestellt, „um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten“.

Gausterer ist über die verlorene Haltestelle alles andere als glücklich. „Gerade während des Volksfests sind mir dadurch viele Gäste verloren gegangen.“

Informiert worden sei er über die Aufstellung der drei leicht biegsamen Steher nicht. „Mir fehlt in Krems das Miteinander. Jeder kocht seine eigene Suppe und spuckt dem anderen rein. Man zerbricht sich den Kopf, wie man die Altstadt beleben kann, und dann nimmt man dem Bummelzug die Haltestelle weg. Das ist kontraproduktiv!“

Rohrhofer kontert: „Er hat von mir den mündlichen Auftrag gehabt, dort nicht stehen zu bleiben, weil es nicht einmal eine Haltestelle ist.“

Letztere Aussage wird von der Bummelzug-Infotafel bei der Steiner Schiffsstation nicht unterstützt. Dort ist das Steinertor als Haltestelle ausgewiesen. Auch auf der Homepage von Krems Tourismus wird das Steinertor als Bummelzug-Haltestelle angeführt ...