Bezirk Krems ist Hochburg der Tierschützer. Bezirk Krems staubte beim 1. NÖ Tierschutzpreis gleich vierfach ab.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 04. Oktober 2019 (16:42)
Landesrat Gottfried Waldhäusl (rechts) ehrte Nina Zinn-Zinnenburg vom Tierheim Krems, Tierarzt Ingo Mai aus Gföhl und Sandra Schörhofer aus Hainfeld für ihr tierisches Engagement.
Edda Kuttner

In Krems sind die Tierschützer zu Hause. Das steht nach der Verleihung des 1. NÖ Tierschutzpreises durch den zuständigen Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) fest. Vier der sieben Preise gingen an Tierfreunde aus dem Bezirk.

Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis unter 27 Einreichungen schnappte sich der Gföhler Tierarzt Ingo Mai. Seit über 30 Jahren kümmert er sich in seiner Ordination um verletzte Wildtiere. Derzeit befindet sich ein Schwan wegen eines hängenden Flügels in Mais Auffangstation. Nach einer Operation braucht er ein neues Zuhause. Ideal wäre ein Gewässer mit einem kleinen Haus.

Fast schon traditionell beherbergt Mai in der Herbstsaison Eichhörnchen und abgemagerte Igel. Vor allem für Letztere werden Naturgärten als Abgabeplätze gesucht. Interessenten dürfen sich unter 02716/6223 melden. Die Auszeichnung mit dem Tierschutzpreis freut Mai: „Es ist ein Ansporn für mich, noch mehr zu tun.“ Das Geld werde für die Pflege der Tiere verwendet.

Zwei weitere Preise gingen in die Stadt Krems. Der Tierschutzverein um Obfrau Nina Zinn-Zinnenburg wurde für seinen Therapiegarten, in dem Hunden mit schwieriger Vergangenheit geholfen wird, sich zu resozialisieren, mit dem dritten Platz und 1.000 Euro belohnt. Die Feuerwehr Krems bekam für ihre vielmaligen Tierrettungen in den vergangenen Monaten einen Sonderpreis.

Für ihre Courage in einem ganz besonders tragischen Fall wurde Claudia Polat aus Brunn im Felde mit dem Überraschungspreis ausgezeichnet. Die 44-Jährige war es, die erst vor rund zwei Wochen Hündin Carrie aus den Klauen zweier Tierquäler aus St. Pölten befreite. Dem Tier war immer wieder das Maul zugebunden worden, sodass sich das Gewebe auflöste. „Ich hätte nie für möglich gehalten, dass so etwas in Österreich passieren kann“, ist Polat auch heute noch schockiert. Sie hofft für die Zukunft auf ein verbessertes Tierschutzgesetz.