Wertvolle Funde in der Schlosskapelle. Im Vorfeld der geplanten Sanierung wurden Spuren eines Presbyteriums und mittelalterliche Gräber entdeckt.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 22. Juli 2017 (06:13)
Grabungsleiterin Katharina Kalser, Christoph Tinzl vom Bundesdenkmalamt und Kulturstadtrat Karl Reder bei der Ausgrabungsstelle.
ASINOE

Ein kulturgeschichtliches Schmuckstück der Wachau soll in naher Zukunft wieder in vollem Glanz erstrahlen. Die Rede ist von der ehemaligen Kapelle des Schlosses Mautern, die im Vorfeld geplanter Sanierungsmaßnahmen derzeit archäologisch und bauhistorisch untersucht wird.

Dabei wurden jetzt einige archäologisch wertvolle Funde entdeckt.

„Mauterner Altar“ kehrt nach 100 Jahren zurück

„Völlig überrascht haben uns die Spuren eines Presbyteriums und ein Zugang mit gut erhaltener Säulenstellung“, erzählt Grabungsleiterin Katharina Kalser von der Archäologisch Sozialen Initiative Niederösterreich (ASINOE). Fündig wurde die Römermuseums-Leiterin auch im Inneren des früheren Sakralbaus: „Wir konnten gut erhaltene Gräber aus dem Mittelalter genauso wie spätantike Besiedlungshorizonte dokumentieren“, so Kalser.

Die laufenden Untersuchungen bilden die Grundlage für weitere Sanierungsschritte zur Wiederherstellung der gotischen Raumschale der Schlosskapelle.

Nach Abschluss der Arbeiten soll der „Mauterner Altar“ nach mehr als 100 Jahren wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren. Das frühbarocke Meisterwerk mit reichem Figurenschmuck war in verschiedenen Depots untergebracht.

„Alle ziehen hier an einem Strang, um dieses einmalige Ensemble für künftige Generationen zu erhalten“, sind sich Bürgermeister Heinrich Brustbauer, Kulturstadtrat Karl Reder und Christoph Tinzl vom Bundesdenkmalamt einig. Ein wenig Geduld müssen die Kulturinteressierten noch aufbringen: Frühestens Ende 2018 soll der Altar wieder an seinem Platz stehen.