Wellness-Oase für Krems in Planung. Schulen und Vereine fordern Becken mit acht Bahnen. Saunabereich mit Blick auf Göttweig möglich.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (05:53)
Die Leiterin der Kremser Schwimmschule, Birgit Fürnkranz-Maglock und Gatte Erich Maglock, Obmann des Kremser Schwimmvereins und Präsident des Niederösterreichischen Schwimmverbands, rufen auf, den Fragebogen zur „Badearena neu“ auszufüllen.
Franz Aschauer

Mit einem Investitionsvolumen von 24 Millionen Euro wird die neue Badearena in den kommenden Jahren gemeinsam mit der Sanierung der Ringstraße das wichtigste Projekt für die Stadt Krems. Rund zweieinhalb Monate, nachdem der Gemeinderat grünes Licht gegeben hatte, startet jetzt ein Bürgereinbindungsprozess.

In einem Fragebogen, der im Bad aufliegt und online ausgefüllt werden kann, sind Nutzer des Hallenbades aufgefordert, ihre Ideen zu den Themen, Parkplatz und öffentliche Anbindung, Eingangsbereich und Rezeption, Gastronomie, Sanitäranlagen und Umkleide, Beckenlandschaft, Sauna, sowie Kurse, Preisgestaltung und Öffnungszeiten zu verschriftlichen. Unter den Teilnehmern werden eine Jahreskarte für das Hallenbad, zwei Zehner-Blöcke und zwei Saisonkarten für das Sommerbad verlost.

„Wir haben uns Bäder mit fünf bis sechs verschiedenen Saunen angeschaut. Sowas stellen wir uns in Krems auch vor.“Sportstadtrat Albert Kisling

Ihre Leute motivieren, den Fragebogen auszufüllen, wollen auch die zwei Koryphäen des Kremser Schwimmsports, Erich Maglock, Obmann des Kremser Schwimmvereins und Präsident des Niederösterreichischen Schwimmverbands, und Gattin Birgit Fürnkranz-Maglock, frühere Spitzenschwimmerin und nunmehrige Leiterin der Kremser Schwimmschule.

Das Duo war in der Vorwoche ebenso wie Vertreter der Schulen bei einer Debatte dabei, zu der die neu installierte Arbeitsgruppe „Badearena neu“ unter dem Vorsitz von Baudirektor Reinhard Weitzer geladen hatte. Nicht eingeladen waren hingegen der Baby- und Kinderschwimmverein und der Campus Sport der Donau-Universität Krems, wo die Schwimmkurse immer ausgebucht sind. „Selbst die Wasserrettung war nur dabei, weil sie sich selbst eingeladen hat“, kritisiert Fürnkranz-Maglock eine „halbherzige Einbindung“.

Die Message der einstigen Top-Brustschwimmerin und ihres Gatten ist klar: Der Kremser Schwimmsport braucht ein Becken mit acht Bahnen und ein zusätzliches Lehrschwimmbecken.

„Nur so baue ich für die Zukunft“, sagt Fürnkranz-Maglock, deren größte Befürchtung ist, dass ein Becken mit lediglich vier Bahnen entstehen wird. Für die Schulen wäre das wohl ein Supergau. Schon jetzt geht ihnen bei nur drei für den Unterricht reservierten Bahnen der Platz aus. Besonders schwer haben es die Volksschulen. Für die VS Egelsee blieben beispielsweise nur drei Termine im ganzen Schuljahr über.

Sportstadtrat Albert Kisling, der von Maglock für seinen „stetigen Glauben“ an das Projekt gelobt wird, will sich für die gewünschte Acht-Bahn-Lösung einsetzen. „Das ist kein überzogener Wunsch. Die Stadt könnte acht Bahnen gut brauchen.“

Lehrer will Trennung von Schul- und Gästebereich

Mit den aktuell so schwierigen Platzverhältnissen kämpft auch Christian Tiefenböck, Lehrer-Urgestein am BRG Ringstraße und seit 1982 Nutzer des Bades von Berufs wegen. Der 60-Jährige fordert neben der Erweiterung der Schwimmflächen auch eine Trennung des Gästebereichs vom Schulbereich. Aktuell teilen sich Kinder im Unterricht und Badegäste die Umkleiden und Sanitärbereiche, die von vielen nackt genutzt werden. Die Stimmung vor einer Schwimmstunde im Kremser Hallenbad ist bei seinen Schülern gemischt, erzählt Tiefenböck. „Es gibt Klassen, die gehen extrem gern schwimmen, andere nicht so gern.“

Sportstadtrat Albert Kisling macht Hoffnung auf die Umsetzung der Acht-Bahn-Variante.
F: Kalchhauser

Neben der Schaffung angemessener Trainingsmöglichkeiten für Schulen und Vereine strebt die Arbeitsgruppe vor allem einen Ausbau des Wellnessbereichs an. Eine Möglichkeit, die bei der Sitzung am vergangenen Dienstag zur Sprache kam, ist ein zweigeschoßiger Bau mit einem großzügigen Saunabereich in der ersten Etage – Blick auf Stift Göttweig inklusive. Kisling sagt dazu: „Mit dem Wellnessbereich und einem Restaurant kann man Geld verdienen. Wir haben uns im Sommer Bäder mit fünf bis sechs verschiedenen Saunen angeschaut. Sowas stellen wir uns in Krems auch vor.“

Thema war am vergangenen Dienstag auch die Gastronomie. Das Baderestaurant Kröll wird es in einer neuen Badearena aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Ein Wunsch von Kisling: ein Lokal, ähnlich dem „Wellenspiel“ bei der Schiffsstation Stein, mit einem donauseitigen Zugang.

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