Stausee Thurnberg für kommende Jahrzehnte fit. Die Arbeiten am Stausee Thurnberg wurden erfolgreich abgeschlossen. Nach den umfassenden Sanierungsarbeiten ist die Anlage für die kommenden Jahrzehnte gerüstet.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 15. November 2019 (06:35)

Die bei der ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ prämierte Kamp-Stausee-Kette ist nun wieder „komplett“: Der Thurnberger Stausee wurde nach den erforderlich gewordenen Arbeiten an der Staumauer wieder aufgestaut. Ab August war er über mehrere Wochen hinweg abgesenkt und entleert worden (die NÖN berichtete), um Sanierungsmaßnahmen an der 67 Jahre alten Staumauer durchzuführen. 

Umfangreiche Maßnahmen

Der Kraftwerksbetreiber EVN führte unter anderem folgende Baumaßnahmen durch: Die wasserseitige Oberflächendichtung des Staudamms wurde inspiziert und stellenweise nachgebessert, Grundablass und Spülauslass bekamen einen zweiten Verschluss. Zusätzlich wurde ein Grobrechen installiert. 

Hochwasser-Totholz entfernt

Weiters wurde das Totholz, das sich vor der Sperre während des Hochwassers 2002 angesammelt hatte, entfernt bzw. derart gesichert, dass es eine ökologische Bereicherung des Stauraums darstellt. Insgesamt investierte die  EVN rund 750.000 Euro. Pressesprecher Stefan Zach: „Wir gehen davon aus, dass wir die nächsten gröberen Arbeitern erst wieder in zehn bis 20 Jahren machen müssen.“ 

Entleerung war schon fünfte 

Es war die bislang fünfte Entleerung des Stausees seit seiner Errichtung im Jahr 1952, bei der damals rund 200 Arbeiter beteiligt waren. Das für den Bau benötigte Gestein wurde vor Ort abgebaut und auf Schienen zur Baustelle transportiert. Der kleine Steinbruch stromaufwärts ist noch zu sehen.

Reise in die Vergangenheit 

NÖN-Juniorreporter Frederik Vavrousek hat sich auf Spurensuche in die Vergangenheit begeben und aktuelles und historisches Bildmaterial vom Thurnberger Stausee aufgetrieben. Mit Ausnahme der technischen Innenausstattung ist die Staumauer noch fast original. Das markanteste Überbleibsel aus der Bauzeit ist der alte Betonmischturm, der kurz vor dem letzten Wiederaufstau im Jahr 1999 gesprengt wurde. Heute ist er nur mehr ein Haufen Betontrümmer, die durch rostige Bewehrungseisen zusammengehalten werden.