Baustelle: Behinderter musste Strafe zahlen. ÄRGER / Das Thorwesten-Heim ist derzeit vom Stadtbus abgeschnitten. Und das billige AST-Taxi ist für die Senioren tabu.

Erstellt am 25. Juli 2011 (07:25)
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Kanalsanierung in Stein mit Einschränkungen für den Busverkehr: In der Dorrekstraße zwischen Kreisverkehr und Steiner Kellergasse wird voraussichtlich bis Ende August gearbeitet.SOMMER
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VON UDO SAGL

KREMS / Da kämpft David gegen Goliath! Der 77-jährige Pensionist Franz Wallner macht eine  wie er sagt ungerechtfertigte Mehrzahlung von 1,50 Euro zur Grundsatzfrage und beschäftigt damit Juristen, Rathausbeamte und Politiker.

Vorgeschichte: Durch die Baustelle in der Dorrekstraße ist für die Senioren des Thorwesten-Heimes der Stadtbus als Verkehrsmittel ausgefallen. Wallner, schwer gehbehinderter Heimbewohner, wollte deshalb nach diversen Besorgungen von der Bushaltestelle beim Einkaufszentrum Steinertor zur Haltestelle Thorwesten-Heim mit dem AST (Anruf-Sammel-Taxi als Busersatz) fahren. Alles klappte planmäßig. Bei der Ankunft folgte aber die Überraschung: Der Behinderte musste einen Fahrpreis von 4 (statt 2,50) Euro zahlen, da eine AST-Fahrt in diesem Fall nicht möglich sei.

Das will sich Wallner, dem im Heim monatlich nur 280 Euro zur Verfügung stehen, im Interesse aller Betroffenen nicht gefallen lassen. Denn eigentlich ist der kostengünstige AST-Verkehr laut Präambel dafür gedacht, das Abfedern von Leistungsverlusten durch Einschränkung des Stadtbusbetriebes zu ermöglichen.

Wallner: Nach meiner Rechtsauffassung heißt das auch, dass eine Baustelle zur Einschränkung des Stadtbusbetriebes führt und deshalb die AST-Tarife zur Geltung kommen.

Der Magistrat sah nach Intervention des verärgerten Pensionisten vorerst keine Lösungsmöglichkeit. Reaktion von Bürgermeisterin Inge Rinke: Ich werde diese Anfrage an die Arbeitsgruppe Öffentlicher Verkehr zur Behandlung weiterleiten.