Keine Hilfe für 86-Jährige an Kremser Notaufnahme?. Kritik an Kremser Notfallaufnahme: Patientin wurde an anderes Spital „weitergereicht“.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. Juli 2019 (05:44)
Symbolfoto: Shutterstock/JGA
Die langen Wartezeiten in der Notaufnahme des Kremser Universitätsklinikums stehen immer wieder im Zentrum von Patientenbeschwerden. Jetzt gibt es zusätzlich eine Beschwerde über eine vermeintlich unzureichende Behandlung einer betagten Patientin.

Über unzureichende Behandlung seiner Mutter in der Notaufnahme des Kremser Universitätsklinikums führt ein Krankenpfleger Beschwerde. Die 86-jährige Frau aus Spitz wurde seiner Ansicht nach völlig unzureichend begutachtet, dafür aber an ein anderes Spital „weitergereicht“. Was bei 34 Grad im Schatten für sie unnötig belastend gewesen sei.

Patientin in Krems nur „weitergereicht“

Die Frau suchte auf Empfehlung ihres Sohnes am 6. Juli die Notaufnahme des Klinikums auf, weil sie eine eitrige Knöchelentzündung hatte. Die Patientin, die wegen Multipler Sklerose, nach mehreren Bypass-OPs und allgemeiner Schwäche im Rollstuhl sitzt, wurde von ihrem Lebensgefährten hingebracht. Dort begutachtete eine Krankenschwester den Fuß und meinte sinngemäß: „Das schaut sich sowieso kein Chirurg an.“

Ambulanzkarte oder Behandlungsschein wurden nicht ausgestellt. Vielmehr empfahl man der Frau, entweder das Klinikum St. Pölten oder Melk aufzusuchen. Daraufhin brachte der Mann die geschwächte Frau nach Melk. Dort erhielt sie einen Wundverband und wurde wieder nach Hause geschickt.

Der Sohn ist verärgert. „Begutachten seit neuestem Schwestern oder Pfleger die Patienten?“, wundert er sich und richtete mehrere Fragen an die Klinik-Verantwortlichen: Hätte der Verband nicht auch in Krems verabreicht werden können? Schickt man wegen eines simplen Verbandes Patienten auf die Reise? Ist diese Behandlung angebracht, wenn der Patient 86 Jahre alt ist? „Die Vorgangsweise ist für mich inakzeptabel, weil menschenverachtend.“

Auf die Fragen des Sohnes versuchte auch die NÖN eine Antwort zu bekommen. Mit dem Verweis auf die Schweigepflicht wurde diese jedoch verweigert.

Der Sohn erhielt aber eine Antwort von der Landesklinikenholding. Im Mail heißt es, es sei alles korrekt abgelaufen. „Dann frage ich mich, woher die ihre Informationen hatten!“