Kremser Ringstraße wird zu Raser-Strecke. Wienerstraße, Wachaustraße und Ringstraße werden immer öfter zur Rennbahn für Verrückte in PS-starken Boliden. Polizei appelliert an Beobachter, Kennzeichen zu melden.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 17. Juli 2018 (06:03)
Mit PS-starken Boliden – meistens Fahrzeuge der Marken BMW und Audi – machen nächtliche Raser den Bereich Wienerstraße und Ringstraße unsicher und sorgen dabei auch für ungebührliche Lärmerregung.Adil Celebiyev
Foto: Shutterstock/

„In manchen Nächten ist es unerträglich. Da wird gerast, was das Zeug hält“, empört sich ein Wachaustraßenbewohner über die Zunahme von Rasern, die Wienerstraße, Wachaustraße und Ringstraße nächtens für irre Fahrmanöver nutzen.

Für illegale Straßenrennen ist die Strecke wegen der Fahrbahnteiler ungeeignet, viele Lenker PS-starker Boliden, vornehmlich dunkle Limousinen der Marken BMW und Audi, sehen die Gerade aber als Möglichkeit, ihre Autos auf weit über 100 km/h zu beschleunigen und dabei manche rote Ampel zu ignorieren.

Forderungen: Radar und Ampel-Überwachung

Die Gefahr für die (wenigen) Fußgänger, die nachts unterwegs sind und denen die Zebrastreifen keinen Schutz bieten, ist groß. „Bisher ist zum Glück noch nichts passiert, aber es ist nur eine Frage der Zeit“, wünscht sich der Anrainer Polizeiaktionen gegen die Raser, unter denen sich ab und zu sogar auch Taxis befinden.

Unter den Forderungen, die auftauchen, sind fixe Radarboxen und Ampel-Radaranlagen, die Fahrzeuge, deren Lenker das Rotlicht ignorieren, blitzen.

Manfred Dornhackl, Verkehrsreferent am Bezirkspolizeikommando Krems: „Es sind leider viele Deppen unterwegs.“
NOEN

„Es sind permanent Streifen unterwegs“, betont der Verkehrsreferent der Bezirkspolizeikommandos Krems, Manfred Dornhackl, dass die Polizei wachsam sei und appelliert an die Anrainer: „Hilfreich wäre für uns, wenn wir bei Beobachtungen solcher Übertretungen das Kennzeichen hätten.“

Zur Forderung nach Radar und Ampel-Überwachung: „Alles, was zur Erhöhung der Sicherheit beiträgt, ist positiv.“ Maßnahmen scheitern oft aber an den Kosten und bürokratischen Hürden. Solange keine Opfer zu beklagen seien, gebe es offiziell kaum Handlungsbedarf …

„Leider sind viele Deppen unterwegs“

„Leider sind viele Deppen unterwegs“, bestätigt er die Beobachtungen und ergänzt aus der Erfahrung seiner Beamten: „Diese PS-starken Autos machen schon beim Anstarten enormen Lärm. Und es gibt welche, die bauen sogar noch spezielle, elektrische Anlagen ein, die das Motorgeräusch noch verstärken!“ Bei den Fahrern der dunklen Limousinen handle es sich großteils um männliche Personen mit Migrationshintergrund.

Dornhackl verweist im Zusammenhang mit der Lärmerregung auf monatliche Messungen, zu denen verdächtige Fahrzeuge gebeten werden. Erst am 11. Juli seien bei einer solchen vier Kennzeichentafeln abgenommen worden. „Diese Erfolge geben uns recht.“

Fast täglich seien zudem zusätzlich zu den normalen Streifen spezielle Verkehrsstreifen im Kremser Stadtgebiet unterwegs, drei Tage pro Monat stehe die „Multabox“ (mobiles Radar) im Einsatz, dazu würden von Zivilfahrzeugen Lasermessungen vorgenommen.

Wie aktuell die Thematik ist, zeigte sich im Zuge der NÖN-Recherchen in der Vorwoche: Bei gleich mehreren Delikten (massiv überhöhte Geschwindigkeit im Ortsgebiet, Überfahren einer roten Ampel, irre Bremsmanöver, …) wurde am 12. Juli kurz vor 21 Uhr abends ein schwarzer BMW ertappt. Das Kennzeichen ist in diesem Fall bekannt, der Lenker bekommt Besuch von der Polizei …

Umfrage beendet

  • Wird gegen nächtliche Raser genug getan?