Telefonwertkarte aus China mit Spitz-Foto. Deutscher Sammler ersteigerte bei Internet-Auktion Wachauer Motiv in Asien. Spurensuche zeitigte raschen Erfolg.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 15. Februar 2021 (05:42)
Vier chinesische Telefonwertkarten ergeben gemeinsam das Motiv: eine in Wr. Neustadt produzierte Lok im Spitzer Bahnhof.
Günther Klebes

Eine österreichische Lokomotive in China? Eisenbahnfreund Günther Klebes aus dem fränkischen Erlangen ist auf ein kurioses Fundstück gestoßen. Dabei handelt es sich um mehrere Telefon-Wertkarten mit einem Nennwert von je 15 Yuan (rund 1,80 Euro), die zusammengesetzt eine Museumslokomotive aus Strasshof an der Nordbahn ergeben.

Bei der Suche nach Briefmarken und Telefonkarten entdeckte der 72 Jahre alte Franke dieses Unikat bei einer luxemburgischen Internet-Auktion. Der Verkäufer war aus Asien. Die Karten stammen aus 2012, als es in Deutschland und Österreich längst keine Motivkarten mehr zum Telefonieren gab. Klebes ersteigerte die vier gebrauchten Karten für 2,50 Euro. Da war der eingeschriebene Luftpostbrief aus der Volksrepublik China teurer als der Inhalt …

Lok und Aufnahmeort rasch herausgefunden

Dann hieß es lange warten, bis die Post endlich beim Zollamt abgeholt werden konnte. Doch dann begann für den Sammler erst der Spaß, der mit einigem Spürsinn verbunden war. „Ich versuche, bei jedem Motiv herauszubekommen, wo es aufgenommen wurde“, erklärt er. Vergleichsbilder gibt es genügend in seiner umfangreichen Bibliothek. So fand er heraus, wo die Lokomotive beheimatet ist und nahm Kontakt nach Klosterneuburg zur Firma Majestic-Train auf.

Dort nannte man ihm als Aufnahmeort Spitz im Mai 2011. Die Lok wurde 1912 in der Lokomotivfabrik Wr. Neustadt gebaut und an die Österreichische Südbahn alokousgeliefert. Heute gehört sie dem Technischen Museum in Wien, das sie nach Strasshof zur Betreuung durch den dortigen Museumsbahnverein weitergab.

Der 72-jährige Erlanger Günther Klebes sammelt „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“.
privat

Der 72-jährige Erlanger sammelt „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“. Beim ehemaligen Schulbusfahrer, dreifachen Vater und ehrenamtlichen Helfer der Bahnhofsmission zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen, die sogenannten „Rotkäppchen“, neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll Telefonkarten und Briefmarken. Als Hobby gibt er „Bahn fahren“ an – nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“ Auf Hochzeitsreise fuhr er vor 35 Jahren mit dem Glacier-Express in der Schweiz.

Wer mit dem Sammler Kontakt aufnehmen will, sendet ein E-Mail an guenther-klebes@gmx.de.