Arbeitskreis zum Schutz der Wachau: Rückblick auf 50 Jahre

Erstellt am 22. September 2022 | 05:09
Lesezeit: 3 Min
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Die Arbeitskreis-Vorsitzenden Emmerich Knoll (Mitte) und Herwig Jamek (links) hießen als Ehrengäste Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Autor und Referent Tarek Leitner und Florian Meixner (UNESCO-Kommission) zu ihrer Jubiläumsfahrt willkommen.
Foto: Gertrude Schopf
Der Arbeitskreis zum Schutz der Wachau lud zu Rückblick und Gesprächen.
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Franz Hirtzberger, damals Bürgermeister in Spitz, und Gastronom und Winzer Josef Jamek – diese beiden Namen sind untrennbar mit dem Kampf gegen die geplante Donau-Staustufe bei Rossatz/Rührsdorf verbunden. Die beiden haben Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre begonnen, Widerstand zu leisten und Unterstützer zu finden, sie sammelten Unterschriften, gründeten ein Proponentenkomitee und 1972 den „Arbeitskreis zum Schutz der Wachau“ (Gründungsversammlung am 18. November).

Alle Hebel setzte vor allem Hirtzberger damals in Bewegung, nutzte Kontakte zu Experten und Presse, schrieb an Ministerien, um das Kraftwerk zu verhindern. Legendär dann die Donaufahrt am 27. Oktober 1973 mit einer Gruppe von Wissenschaftlern, Naturschützern und Journalisten, mit dem frisch gebackenen Nobelpreisträger Konrad Lorenz und Ökologen Bernd Lötsch an Bord: Mittels Stangen und Latten am Ufer deuteten die Wachauer die geplante Höhe der notwendigen Mauern entlang der Donauufer an.

Jubiläum mit Schifffahrt gefeiert

An diese intensiven und sehr effizienten Anfangsjahre – der Kraftwerksplan wurde bekanntlich bald ad acta gelegt – erinnerte Emmerich Knoll, derzeit Obmann des Arbeitskreises zum Schutz der Wachau, bei einer Jubiläumsschifffahrt von Dürnstein nach Spitz. Mit an Bord diesmal viele Wachauer und Wachau-Schützer, darunter auch Lötsch, UNESCO-Ehrenmitglied Wilfried Posch, Florian Meixner (österreichische UNESCO-Kommission), Wachau-Managerin Inge Hödl und ihr Vorgänger Michael Schimek, Bürgermeister der Wachaugemeinden, die Familien Hirtzberger, Jamek und Knoll und auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Knoll listete weitere Wachau-Meilensteine auf, die der Arbeitskreis an vorderster Front mitinitiiert und mitgetragen hat, wie die Beschränkung des Schwerverkehrs auf der Wachaubundesstraße, die Erlangung des Europäischen Naturschutzdiploms und natürlich die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste im Jahr 2000.

„Ein Sprachrohr der Zivilbevölkerung“ sei der Arbeitskreis auch weiterhin, das Aufgabengebiet habe sich aber stark gewandelt, nachdem nun der Verein Welterbegemeinden, aus dem Arbeitskreis Wachau-Regionalentwicklung entstanden, für die Entwicklung der Welterberegion zuständig ist. „Unsere Ziele sind vor allem ideeller Natur, wie die Stärkung des Bewusstseins für diese einzigartige Region als Natur- und Kulturlandschaft“, betonte Obmann Knoll.

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