Berufsverbot für Mediziner - Ordination geschlossen

Wegen Maskenbefreiungsattesten führte die Ärztekammer ein Verfahren gegen einen niedergelassenen Mediziner aus dem Bezirk Krems und verfügte mit 19. März harte Maßnahme.

Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser Erstellt am 24. März 2021 | 05:53
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Ein Aushang an der Ordination weist ebenso auf die Zwangspause für den Arzt hin wie gleichlautende Informationen auf der Homepage und ein Film auf Facebook.
Foto: Johann Lechner

Die Ärztekammer hat nach einem Schiedsgerichtsverfahren ein Berufsverbot gegen einen Wahlarzt im Bezirk Krems ausgesprochen. Wie lange es aufrecht bleiben wird, ist derzeit offen.

Der Mediziner (der Name ist der Redaktion bekannt, aus medienrechtlichen Gründen dürfen wir ihn jedoch nicht schreiben, Anm.), der eine Praxis betreibt, informiert die Öffentlichkeit in einem auf Facebook veröffentlichten Video und auch auf der Ordinations-Homepage. Er habe, wie zu lesen und zu hören ist, „bis Ende Dezember Atteste zur Maskenbefreiung ausgestellt, um Schaden von meinen Patienten durch das Tragen von Masken abzuhalten“.

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Die Ärztekammer NÖ sehe dies jedoch nicht als medizinischen Grund an und habe ein Berufsverbot ausgesprochen. Die Praxis ist geschlossen. „Wir arbeiten an einer Lösung, wie wir unsere Patienten betreuen können“, heißt es. Direkt an der Ordination informiert ein Anschlag über das mit Freitag, 19. März, datierte Berufsverbot.

Die NÖN wollte beim betroffenen Arzt Informationen einholen, dieser ließ uns aber per Mail wissen: „Diesbezüglich gebe ich keinen Kommentar ab.“

Ärztekammer-Pressesprecher Sascha Bunda beruft sich auf das Ärztegesetz, demzufolge er weder Auskünfte zu einem Verfahren gegen ein Kammermitglied geben dürfe, noch, ob überhaupt eines stattgefunden habe. Keine Auskunft gibt es auch zum Ergebnis der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Arzt. Vom Sprecher des Kremser Landesgerichts wurde lediglich bestätigt, dass solche im Laufen seien.