Bilanz 2019: Hagelabwehr auf gesunden Beinen. Piloten des Kulturenschutzvereins für Langenlois und Umgebung waren bei 71 Flügen fast 50 Stunden in der Luft.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 01. April 2020 (03:06)
Einer der Hagelflieger, die vom Flughafen Gneixendorf aus aufsteigen und die Gewitterwolken mit Silberjodid „impfen“, um Hagelniederschlag zu vermeiden oder Schaden zu vermindern.
Johann Lechner

Auf ein eher ruhiges Jahr 2019 (im Vergleich zu 2018) blickten die Verantwortlichen des Kulturenschutzvereins Langenlois und Umgebung, besser bekannt unter der Bezeichnung „Hagelflieger“, bei der Generalversammlung zurück. An elf Einsatztagen mussten die Motoren der drei Maschinen (2018: 24) angeworfen werden. Lediglich 56 (70) Tage gab es, an denen „Gewitter nicht ausgeschlossen“ waren.

„Wir hatten weniger Flüge, aber die waren heftig“, meinte Einsatzleiter Thomas Stoifl. „An zwei Tagen im Jahr bräuchten wir sogar eine vierte Maschine!“

Obmann Emmerich Granner verwies vor Mitgliedern und Gemeindevertretern der Region darauf, dass das Service gut funktioniere. Es habe auch ein Treffen mit den Kritikern aus dem Raum St. Leonhard gegeben, die ja behaupten, durch die Hagelabwehrflüge werde ihrer Region wertvoller Niederschlag entzogen. „Einige waren von unseren Sachargumenten zu überzeugen“, meinte Granner. „Es gibt keinen fachlichen Grund für eine Wetterbeeinflussung. Ja, wir hatten zuletzt trockene Jahre, das haben wir als Weinhauer jedoch auch gespürt.“ Es werde weitere Gespräche geben.

Knapp vor dem Versammlungsverbot hielt der Kulturenschutzverein seine Generalversammlung in Gneixendorf ab: Geschäftsführer Johannes Eckharter, Obmann-Stv. Johann Schöller, Obmann Emmerich Granner, Einsatzleiter Thomas Stoifl, Wolfgang Pöttschacher vom Flugwetterdienst Schwechat und die Bürgermeister Anton Pfeifer und Harald Leopold (von links) freuten sich gemeinsam über die Bilanz der Saison 2019.
Martin Kalchhauser

179.000 Euro kamen im Vorjahr an Mitgliedsbeiträgen herein, von den Betriebsausgaben (140.000 Euro) entfielen alleine 60.000 auf die Wartung der Flieger. Eine Rücklage von über 300.000 Euro macht allerdings Hoffnung, dass man auch nach dem Auslaufen der Hangar-Nutzung (2021) – sollte eine Mietvorauszahlung für 15 Jahre nötig werden – eine Unterkunft für die Flieger haben wird. Der Mitgliedsbeitrag von 30 Euro pro Hektar bleibt unverändert.

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