Biolandwirt plant regionale Bio AG

Erstellt am 11. Juni 2020 | 15:07
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„Jammern hilft nicht“: „Evi“-Betreiber Alfred Schwendinger sucht noch mehr Mitstreiter für die geplante „Regionalwert AG“.
Foto: Foto: Johannes Mayerhofer
Schwendinger: „Regionalwert AG soll Biobetriebe miteinander vernetzen.“
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„Was Umwelt-, Klima- und Bodenzerstörung angeht, ist die konventionelle Landwirtschaft leider ein großes Problem. Dabei kann ein gesunder Boden viel CO 2 binden“, erklärt Alfred Schwendinger. Der Biolandwirt aus Maria Laach und Betreiber des Kremser „Evi“-Naturkostladens wollte aber nicht jammern. Stattdessen fasste er den Beschluss, eine „Regionalwert AG“ – also eine Aktiengesellschaft für Biobetriebe – zu gründen, wie sie in Deutschland schon mehrfach existieren.

„Das Einzelkämpfertum im Biobereich beenden“

Das betriebswirtschaftliche Ziel dieser AG ist eine bessere Vernetzung von regionalen Biobetrieben entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Saatgut bis zum Handel und zur Gastronomie. Unter „regional“ versteht Schwendinger Betriebe im Umkreis von 100 Kilometern um Krems. Außerdem solle Start-ups geholfen werden. „Ich will damit dem Einzelkämpfertum im Biobereich entgegenwirken“, so Schwendinger.

Bereits 42 Gründer zeigen Interesse

Die Regionalwert AG soll zweierlei leisten: Biobetriebe, die investieren wollen, mit Kapital versorgen und so das Bioangebot erhöhen. Eine Aktie soll für 500 Euro zu erwerben sein. „Wir sind aber keine börsennotierte AG“, betont Schwendinger. Profitmaximierung solle hier keine Rolle spielen. „Der Mehrwert ist die Steigerung des Bioangebotes. Außerdem soll niemand mehr als 50 Prozent der Stimmrechte erwerben können“, so Schwendinger.

Seine Initiative findet großen Anklang. 42 Gründer (Betriebe und Privatpersonen) haben bereits Interesse angemeldet und weitere Mitstreiter sind „gerne willkommen“. Ein Gründer-Workshop ist für 4. und 5. Juli geplant. Einzelheiten sollen dort festgelegt werden.

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass die dortigen Regionalwert AGs nicht nur vernetzend und integrierend wirken, sondern auch beratend. So werden etwa „Nachhaltigkeitsanalysen“, eine Art Unternehmer-Selbst-Check nach sozial-ökologischen Kriterien, angeboten.

Die Regionalwert AGs orientieren sich im weiteren Rahmen an der „Gemeinwohlökonomie“, einem sozial-ökologischen Wirtschaftskonzept des globalisierungskritischen Netzwerks „Attac“.

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