Blackout: Bevorratung ist Muss

In Stadt und Bezirk Krems wird an Notfallplänen für ein „Blackout“-Szenario gearbeitet. Zivilschutzverband informiert.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:45
Bezirk Krems - Blackout: Bevorratung ist Muss
Bezirkszivilschutzleiter Heinrich Becker mahnt zum Anlegen ausreichender Nahrungsvorräte. „Zuerst sollten natürlich die schnell verderblichen Produkte verzehrt werden. Bei längeren Blackouts kann dann auf Konserven zurückgegriffen werden. Praktischerweise sollten die Vorräte mit einfachsten, stromunabhängigen Mitteln wie Gaskochern zubereitet werden können.“
Foto: Johannes Mayerhofer

„Wenn es ernst wird, kommt es auf jeden Einzelnen an“, mahnt Markus Weber, Zivilschutzbeauftragter der Stadt Krems. Das betrifft nicht nur Bürger und Haushalte. Jede Gemeinde ist aufgerufen, sich auf ein Blackout vorzubereiten. „Gemeinsam mit der Stadt Krems arbeiten wir auch gerade am Katastrophenschutzplan ,Blackout‘“.

Die Stadt selbst verweist auf eine kürzlich durchgeführte Stabsübung mit Feuerwehr und Zivilschutz NÖ, bei welcher es um den Ablauf im Falle eines 72-stündigen Stromausfalles ging. Ein Hauptaugenmerk liege auf der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Weber betont, dass der Zivilschutzverband auch eine Informationsvermittlungsrolle zwischen den großen Stromanbietern und der öffentlichen Verwaltung spielt.

Besondere Priorität kommt im Blackout-Szenario der „kritischen Infrastruktur“ zu. „Das Krankenhaus Krems hat Dieseltanks für 72 Stunden vorrätig“, erklärt Weber. Auch die Einsatzorganisationen seien notstromversorgt, im Ernstfall sei die Kommunikation also gesichert. Für private Haushalte gilt: „Bevorratung ist ein Muss.“ Nicht umsonst veranstaltet der Zivilschutzverband seit Ende September Blackout-Infoabende, bei denen Bevorratung zentral angesprochen wird. „Für Krems sehe ich hier die große Aufgabe, unsere vielen Studenten mit ins Boot zu holen“, meint Weber. Das Bewusstsein bezüglich Bevorratung sei bei dieser Klientel oft schwächer, und bei erwähnten Infoabenden tauche – nicht nur, aber oft – mittleres und älteres Publikum auf.

Heinrich Becker, Zivilschutzleiter im Bezirk Krems, betont, dass es auch bei einem Blackout besonders vulnerable Gruppen gibt. „Ein Beispiel wären hier ältere, alleinlebende Mitbürger.“ Besonders in Streusiedlungen, wie es sie etwa im Waldviertel häufig gibt, könnten diese Leute schnell „übersehen“ werden. Im ländlichen Bereich sieht Becker den Vorteil des leichteren Zugangs zu Brauchwasser sowie Freiluftflächen und Gärten, wo gegrillt werden könnte. Die Zusammenarbeit der Bürger sei ein Mittel zur Verminderung von Blackout-Folgen. Das betrifft gegenseitige Hilfeleistung, das Teilen von wichtigen Gebrauchsgegenständen und von Know-How. „Sollte es zu medizinischen Akut-Fällen kommen, ist es gut, jemanden aus dem Gesundheitsbereich in der Nachbarschaft oder im Wohnhaus zu haben.“ Bei den Infoabenden sei zwar einiges Interesse zu verzeichnen, oftmals seien dort aber Leute im Publikum, die sich ohnehin im Vorfeld schon mit dem Thema Blackout beschäftigt haben.

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