„Chaos!“: Ärger bei Postverteilung

So viele Beschwerden wie nie zuvor im Bezirk Krems. Laut Post AG sind Krankenstände schuld.

Erstellt am 21. November 2021 | 07:09
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Briefträger waren zum Leidwesen der Postkunden in mehreren Bereichen der Stadt und des Bezirks Krems in den vergangenen Wochen nur selten zu sehen.
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/Kzenon

Eine derartige Häufung von Beschwerden über mangelhafte oder gar nicht erfolgte Zustellung der Briefpost gab es noch nie. Fast im ganzen Bezirk bekamen Kunden tagelang keine, mit Verspätung dann manchmal falsche Post.

Konkrete Beschwerden gab es in Krems zum Beispiel am Bäckersteig. Dringend erwartete Post vom Gericht fehlte und fand sich dann verspätet an einer anderen Adresse (Bäckerberg). Dafür hatte man dort die fehlenden Briefe der anderen Adressaten im Kasten …

Durch einige Krankenstände konnten wir nicht in der Qualität zu- stellen, die man von der Post erwartet. markus leitgeb Post-Pressesprecher

In Schenkenbrunn in der Gemeinde Bergern war in der Zeit vom 2. bis 5. November kein Briefträger zu sehen. Am Abend des Freitags – es war schon dunkel – wurden schließlich die Postkästen gefüllt. Unter anderem zum Ärger der Abonnenten auch mit der NÖN, die da schon mehr als zwei Tage alt war. Ähnlich erging es auch Bewohnern der Stadt Mautern.

Nach Auskunft eines Insiders der erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommenen neuen Zustellbasis, die von Krems nach Mautern übersiedelt ist, lag das dortige Chaos der Misere zugrunde. Mehr als zehn Zusteller waren dort gleichzeitig im Krankenstand. Dementsprechend stapelte sich die Post …

„Durch einen Personalengpass und einige Krankenstände (Grippesaison) konnten wir nicht in der Qualität zustellen, die man völlig zu Recht von der Österreichischen Post erwartet“, teilt Pressesprecher Markus Leitgeb auf NÖN-Anfrage mit. „Hiefür möchte ich mich auch im Namen des Unternehmens bei allen Betroffenen entschuldigen.“ Gleichzeitig ersucht Leitgeb aber auch „um Verständnis für unsere Zusteller, die täglich und unter schwersten Bedingungen die Region versorgen und trotzdem versuchen, so gut wie möglich regelmäßig und in allen Rayonen die Briefpost zuzustellen.“

Die ausgefallenen Mitarbeiter sollen laut Leitgeb bereits dieser Tage wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. „Ich hoffe, dass wir demnächst wieder die gewohnte Zustellqualität herstellen können.“

Feibra-Auflösung hat laut Post keine Auswirkungen

Ein Verdacht bestand, dass die zuletzt aufgetretenen Unzulänglichkeiten auch mit der Auflösung der Zustellfirma Feibra zusammenhängen. Deren Arbeit fällt aktuell ja ebenfalls auf die Post zurück. Das wird vonseiten der Post dementiert: „Nein, die schon länger geplante Übernahme der in der Vergangenheit durch die Feibra zugestellten Sendungen spielt hierbei keine Rolle.“