Chats: Schulwart freigestellt, Vorermittlungen laufen

Erstellt am 31. Mai 2022 | 15:46
Lesezeit: 2 Min
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Der suspendierte Schulwart hielt auch über Snapchat Kontakt mit den betroffenen Schülern. Sie werden nun vom „Kidsnest Kinderschutzzentrum“ betreut.
Foto: Shutterstock/ Prostock-Studio
Der Hausmeister einer Mittelschule im Bezirk Krems verschickte obszöne Nachrichten an Jugendliche. Die betroffenen Schüler werden nun individuell betreut.
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Es ist kein Kavaliersdelikt, minderjährigen Jugendlichen Chat-Nachrichten mit unpassenden Inhalten zu schicken.

So geschehen in einer Mittelschule im Norden des Bezirks Krems: Der dort seit elf Jahren tätige Schulwart hielt mit einigen Schülern regen Chat-Verkehr und Snapchat-Kontakte. Aufgeflogen sind die obszönen Nachrichten des Mannes aufgrund aufmerksamer Eltern, die sich an die Schulleitung wandten.

Der Bürgermeister, der zugleich Obmann der betroffenen Mittelschulgemeinde ist, bestätigte den Vorfall: „Es ist korrekt, dass wir Maßnahmen setzen mussten. In einem solchen Fall ist die Vorgehensweise auch ganz eindeutig geregelt.“ Aktuell laufen polizeiliche Vorermittlungen gegen den Schulwart.

Strafrechtliche Konsequenzen drohen

Sollte sich der Verdacht der Belästigung der Schüler bestätigen, drohen strafrechtliche Konsequenzen. „Ich möchte unseren ehemaligen Schulwart nicht vorverurteilen – er war beliebt und wahrscheinlich einer der besten Mitarbeiter, die wir je hatten. Nichtsdestotrotz waren die Schritte, die wir im Sinne und zum Schutz unserer Schüler und des Schulstandortes setzen mussten, ganz klar“, ergänzt der Ortschef.

Das unterstreicht auch die zuständige Direktorin: „Sofort nach Bekanntwerden der Anschuldigungen und Vorwürfe wurde die Dienstbehörde der Schule informiert und der Schulwart dienstfrei gestellt.“

Betreuung für betroffene Schüler

Seitens der Schule wurden entsprechende Unterstützungsmaßnahmen ergriffen: Die betroffenen Schüler und deren Eltern werden von Mitarbeitern des „Kidsnest Kinderschutzzentrums“ individuell betreut. Weiters wurde gemeinsam mit den Kidsnest-Beratern ein Elternabend abgehalten, bei dem auch der Bürgermeister und die zuständige Schulaufsicht anwesend waren.

Im Rahmen einzelner Klassengespräche arbeitete eine Beratungslehrerin und die Schulleitung die Sachverhalte gemeinsam mit den Schülern auf. Die Lehrer der Mittelschule wurden im Rahmen einer Schulung durch Experten des Vereins „Selbstlaut – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ begleitet.

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