Drei von vier Senioren „impfwillig“. Reger Andrang und viele Anmeldungen zu erster Anti-Corona-Impfung in den Pflegeheimen im Bezirk Krems. Teilweise Impfstoff-Verspätung.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:41)
Neben älteren Menschen soll auch medizinisches Fachpersonal vordringlich geimpft werden.
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Die erste Impfwelle für die am stärksten von Covid-19 bedrohte Risikogruppe, der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, kommt auch im Bezirk langsam in die Gänge. Für die organisatorische und logistische Abwicklung der Impfstoffdosen hagelte es in den vergangenen Tagen mediale Kritik in Richtung Bundesregierung. Jeder Tag an Verzögerung zähle, da in den Pflegeheimen täglich mehr als 20 Personen sterben.

Die Situation in den vier Alten- und Pflegeheimen des Bezirks ist durchwachsen. So wurde im landeseigenen Betreuungszentrum in Mautern bereits am 28. Dezember mit den Impfungen gestartet. Leider wollte die zuständige Auskunftsstelle des Landes NÖ keine konkreten Angaben darüber machen, wie hoch die Impfbeteiligung der dort befindlichen Bewohner und Angestellten war. „Hoch“, meinte Landesholding-Sprecher Bernhard Jany lapidar. Der zweite Impftermin werde noch diese oder nächste Woche erfolgen.

Im VITACON-Pflegeheim in Langenlois wird ab nächster Woche Mittwoch geimpft. Dies betrifft 88 Bewohner, von denen sich etwa 75 Prozent impfen lassen wollen. Bei den Angestellten sollen es laut Heimleiterin Jutta Riss 66 Prozent, und damit deutlich mehr sein, als die bundesweit im Durchschnitt geschätzten 50 Prozent. Derzeit kämpft man etwa auch in Deutschland mit relativ hoher Impfskepsis unter Pflegekräften. Durchgeführt werden die Impfungen in Langenlois von Allgemeinmediziner Peter Tschiesche, dem „heimeigenen“ Arzt und Kremser Bezirksvertreter der Allgemeinmediziner. Auch die Langenloiser Ärztin Enikö Mészáros ist mit dabei.

SeneCura-Heim erhielt Impfstoff verspätet

Im Falle des SeneCura-Heimes in Brunnkirchen kam es vor dem ersten Impftermin  zu Problemen. Dort war für 9. Jänner ein früher Sondertermin zum ersten Impfdurchlauf geplant. Allerdings kam es aus Gründen des österreichischen Föderalismus zu Verspätungen. „SeneCura war sehr schnell bei der Vorbestellung einer Impfstoffmenge beim Bund, allerdings gab es eine Überschneidung mit dem Zeitpunkt, ab dem die Bundesländer die Zuständigkeit für die Verteilung an sich gezogen haben. Dadurch war der Impfstoff, der uns vom Bund zugesagt wurde, nicht mehr vorhanden und wir mussten die Impfmenge noch einmal beim Land bestellen. Dadurch kam es zu dieser Verzögerung“, heißt es vonseiten SeneCuras.

Claus Dobritzhofer, Leiter der Heime Brunnkirchen und Thorwestenheim sowie des Betreuten Wohnens an der Ringstraße, zeigt sich etwas irritiert, sei man doch voll vorbereitet für die Aktion am 9. Jänner gewesen. Der neue Impftermin für die Angestellten und 50 Bewohner des Brunnkirchner Heimes ist nun für 14. Jänner, jener für das Thorwestenheim für 20. Jänner und jener für das Haus Ringstraße für 21. Jänner geplant. Voranmeldungen zur Impfung lassen auf hohe Beteiligung schließen: Etwa 80 Prozent der Angestellten und so gut wie alle Bewohner hätten sich dafür entschieden.

Bei SeneCura, als auch bei VITACON wird betont, dass die Durchimpfung voraussichtlich nichts am strengen Zugangsregime und den hygienischen Sicherheitsmaßnahmen ändern werde, da die Impfung die Infektiosität nicht auf null setze.