Hagelflieger sind wieder startklar. Der Kulturenschutzverein für Langenlois und Umgebung mit seinen Hagelabwehr-Piloten ist für kommende Einsätze gerüstet.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 23. Mai 2019 (06:03)
pov/Herbst
Die Mannschaft der Hagelabwehr-Piloten: René Eckenbauer, Stefan Glock, Andrea Zsifkovits, Einsatzleiter Thomas Stoifl, Marcus Degasperi, Bettina Führer, Flugplatzmanager Andreas Huber, Geschäftsführer Hannes Eckharter, Josef Blüml sen. und Josef Blüml jun.

Das Team rund um Einsatzleiter Thomas Stoifl besteht aus zehn ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten und einigen Anwärtern, die bis Ende September im Einsatz stehen, um das rund 1.000 km² große Einsatzgebiet mit etwa 10.000 Hektar Wein- und Obstbaufläche in den Regionen Kamptal, Wachau, Kremstal, Traisental und am Wagram sowie viele Gärten, Balkone, Blumenkästen und Autos möglichst hagelfrei zu halten.

81 Einsatzflüge an 24 Gewittertagen vorige Saison

Die drei einmotorigen Einsatzflugzeuge vom Typ Cessna im Hangar des Flugplatzes Gneixendorf wurden in den Wintermonaten sorgfältig gewartet und mit den generalüberholten Hagelabwehrgeneratoren aufgerüstet. Nach den ersten Testflügen erfolgten ein paar Nachjustierungen. Mittlerweile sind alle drei Hagelflieger einsatzbereit.

Vergangene Saison gab es an 24 Gewittertagen 81 Einsatzflüge. Sie wurden in den Wintermonaten analysiert und mit Weinbauvereinsobleuten und Winzern besprochen. „Diese zeigen durchaus Verständnis, dass es trotz aller Verbesserungen nicht möglich sein wird, das Gebiet zu hundert Prozent hagelfrei zu halten“, berichtet Geschäftsführer Hannes Eckharter.

Besonderes Augenmerk wird auf die Einhaltung der Grenzen des Einsatzgebietes gelegt. „Geimpft“ werden nur Gewitter, die als hagelführend erkannt werden und im Abwehrgebiet entstehen bzw. in dieses hineinziehen.

Jeder Einsatz wird penibel dokumentiert, die Einsatzdaten (Name der Piloten, Flugweg, Einsatzzeit, Höhe, Brenndauer der Generatoren, Anzahl der verwendeten Fackeln ...) werden der hydrologischen Abteilung des Landes NÖ, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und der Flugwetterzentrale Wien für Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Mitte März fand ein intensiver Erfahrungsaustausch (Eckharter und Obmann Emmerich Granner) mit Kollegen von der steirischen Hagelabwehr statt.