Kleinkind erzählte von Papa-Watschen. Vater konnte nicht nachgewiesen werden, dass er Vierjährigen geschlagen hat: Freispruch!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 02. August 2020 (11:53)
Symbolbild
APA (dpa/Archiv)

Verbrechen der fortgesetzten Gewaltausübung an einem Kleinkind, lautete der Vorwurf der Kremser Staatsanwältin gegen einen 28-jährigen Vater aus dem Bezirk.

„Ich habe mein Kind nicht geschlagen, es gab keine Übergriffe“, beteuerte der bislang unbescholtene Mann beim Prozess. Er leugnete, den damals vierjährigen Sohn über einen längeren Zeitraum häufig durch Schläge mit der flachen Hand gegen Kopf und Körper misshandelt zu haben. Nach der Trennung und Scheidung von seiner Ehefrau habe es die erste Zeit mit der Regelung der Besuchskontakte zu seinem Kind gut funktioniert, dann nicht mehr.

„Der Papa hat ma Watschen geben“, erzählte das Kind einer Pädagogin im Kindergarten, auch der Oma und der Mutter. Damit begann die zunächst harmonische Obsorgeregelung zu stocken, und Ermittlungen gegen den Vater wurden eingeleitet. „Er hat sich doch immer gefreut, mich zu sehen“, kann sich der Vater die Aussagen des Kindes bis heute nicht erklären. Da die Schuldfrage – keiner hat die Tätlichkeiten des Vaters gesehen – nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, fällte die Richterin einen Freispruch.