Urlaub trotz Coronavirus: Keine Angst ums Geschäft?. Auch Tourismusanbieter in Krems müssen verstärkt auf einheimische Gästeschaft zählen.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 03. Juni 2020 (04:58)
Touristenmagnet Donau: Bei der Brandner Schifffahrt hofft man, dass trotz Coronakrise viele Gäste Lust auf derartige Ausblicke haben.
Foto: NÖN

Der Tourismus spielt für den Bezirk Krems nicht zuletzt aufgrund der Lage an der Donau und der Wachau eine große Rolle. Wie zuversichtlich blicken Anbieter in Krems auf die Saison 2020?

„Diese 25. Saison wird für uns wohl die herausforderndste seit Anbeginn“, heißt es etwa beim Schifffahrtsunternehmen Brandner. Nachdem es im April und Mai 0 Umsatz gegeben hat, läuft der Juni „zaghaft an“. „Viele internationale Partner haben bis August storniert. Der Endkunde ist vorsichtig und so wird auch das Buchungsverhalten kurzfristiger als jemals zuvor“, so Geschäftsführerin und Eigentümerin Barbara Brandner.

Zweckoptimismus und geändertes Angebot

Schlechtes, unsicheres Konsumklima ist Gift für jedes Geschäft. So werden bei der Brandner Schifffahrt die Schlagworte „Lebensfreude“ und „Genuß“ mitsamt dem Motto „Volle Kraft voraus“ in den Mittelpunkt gestellt. Das Unternehmen betont seine neuen Angebote: So wird es bereits an den Juni-Wochenenden und zu Fronleichnam den vollen Sommerfahrplan geben. Weiters wurde auf der MS Austria die Bar „Lebensfreude“ eingerichtet. Spontane Ticketkäufe werden coronabedingt an Verkaufsstellen im Freien abgewickelt und das Personal mit „mimikfreundlichen“ Visieren ausgestattet.

Loisium vertraut auf Gäste aus Österreich

Im Langenloiser Loisium zeigt man sich durch und durch optimistisch. Am ersten Öffnungstag berichtet man von 300 Besuchern im Wein- und Spa-Unternehmen. Über ausbleibendes internationales Publikum macht man sich hier keine allzu großen Sorgen. „Wir machen mittlerweile auch Werbung in Deutschland, aber zwischen 80 und 85 Prozent unserer Gäste sind Österreicher“, erklärt Pressesprecherin Julia Polzer. Die Zahl der Buchungen für Juni würden weiters ein „sehr gutes Bild“ zeigen. Fragezeichen gibt es noch hinsichtlich des Seminarbetriebes, der vor allem unter der Woche stattfinde. Polzer spricht hier von einer „unsicheren Zukunft“.

Nachhaltigkeit und Angebot für Golfer

Zwar spreche man im Loisium eine klar umrissene Zielgruppe an - „genuss- und weinbetont“-, jedoch gibt es Pläne und Diskussionen, wie das Angebot für weitere potenzielle Gästegruppen angepasst und erweitert werden könnte. „Wir haben da etwa Golfer im Blick, die normalerweise zum Spielen ins Ausland fahren und das dieses Jahr nicht können“, so Polzer. Sie erwähnt dabei etwa den nahegelegenen Golfplatz Lengenfeld. Mehr Kinderfreundlichkeit sei für den Loisium-Standort Südsteiermark geplant. Weiters habe man die Schließungsmonate für die Umsetzung eines neuen, nachhaltigeren Frühstückskonzeptes ohne Buffet, aber mit mehr Regionalangebot genutzt.

Busreiseunternehmen muss flexibel agieren

Beim Kremser Busreiseunternehmen Zwölfer wäre jetzt „normalerweise Hochbetrieb“. Stattdessen ist flexible Planung angesagt. „Schlechtwetterbedingt gab es natürlich kürzlich etliches an Stornierungen. Wir erarbeiten momentan einen Busreisekatalog mit Radtouren im Burgenland, Wander- und Badereisen nach Tirol und Zielen in Kärnten.“

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